Yuri Luzhkov, Bürgermeister der russischen Hauptstadt Moskau, hat einen Antrag zur Abhaltung einer schwullesbischen Parade abgelehnt. Die Veranstalter hatten den Antrag am Montag offiziell eingereicht, um eine Genehmigung für den CSD zu erhalten. Sicherheitsbedenken wurden als offizieller Grund für das Verbot angeführt, doch aus Kreisen des Rathauses wurde bekannt, dass er schon seit Monaten damit gedroht habe, die Parade abzusagen.

Nikolai Alekseev, Mitveranstalter des "Moscow Pride" äußerte sich gegenüber der Presse, dass der Umzug mit oder ohne die Zustimmung des Bürgermeisters stattfinden werde. "Jede illegale Handlung der Verantwortlichen in Moskau, die die Gleichberechtigungsparade verhindern soll, wird von uns auf legalem Wege direkt bis an das Europäische Gericht für Menschenrechte in Straßburg herangetragen werden", so Alekseev.

Die Stimmung in Russland ist derzeit im Allgemeinen nicht sehr Homosexuellen-freundlich. Zu Beginn des Monats hatte die Polizei bereits rund 150 Skinheads und Mitglieder der russisch orthodoxen Kirche daran hindern müssen, einen Club zu stürmen, in dem eine schwule Veranstaltung stattfand. Auch Alexy II - Patriarch von Moskau und Russland - hat sich gegen die Parade ausgesprochen. Russische Muslime haben mit "gewalttätigen Massenprotesten" gedroht, wenn die Veranstalter den CSD dennoch durchführen. Der Gang zum Gerichtshof scheint also notwendig - ob er etwas an der Situation ändern kann ist hingegen fraglich.

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