Verbot in Ruanda

Redaktion Von Redaktion

(dbna.de / queercom) Nicht genug, dass im ostafrikanischen Staat Ruanda Schwule und Lesben welche Sex haben, auf der Grundlage von sogenannten "Moralgesetzen" zu langjährigen Haftstrafen verurteilt werden können. Das Parlament plant nun ein neues Gesetz, welches nicht nur homosexuelle Handlungen sondern Homosexualität als Ganzes verbieten möchte. Der willkürlichen Verhaftung von ungeliebten Personen wird damit Tür und Tor geöffnet.

Gemäß Justizminister Tharcisse Karugarama sind Prostitution und Homosexualität zwar heikle Themengebiete, trotzdem wolle man sie aufgrund der aktuellen Entwicklung vorrangig behandeln. Was der Justizminister darunter verstanden haben könnte, erklärt ein Abgeordneter: "Wir haben noch nicht viele von ihnen hier, aber wir müssen endlich ein Gesetz erlassen, um dieses Laster einzudämmen". Laut der ruandischen Regierung ist Homosexualität ein Import aus Europa und Nordamerika. Eine weitere Abgeordnete ließ verlauten, dass Homosexualität nur in Gefängnissen vorkomme.

Auch die anglikanische Kirche möchte offenbar einen "Ausbruch von Homosexualität in der Gesellschaft" verhindern. Erzbischof Emmanuel Kolini erklärt deutlich: "Menschen müssen sich vermehren. Alles andere führt zur Vernichtung". Da erstaunt auch der Aufruf an die Regierung, die Probleme schnell anzupacken, nicht.


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