(dbna.de / FAZ) Dass Yuri Luzhkov, Bürgermeister der russischen Metropole Moskau, wenig tolerant gegenüber Schwulen und Lesben ist, hatte er vor wenigen Wochen bereits mit dem erneuten Verbot einer Homo-Parade unter Beweis gestellt (dbna berichtete). Als deutsche und italienische Politiker am heutigen Sonntag versuchten, dem Bürgermeisteramt eine Petition für Versammlungsfreiheit zu übergeben, kam es zum Eklat: ohne Angabe von Gründen nahm die Polizei den Grünen Bundestagsabgeordneten Volker Beck und einige andere Politiker vorübergehend in Gewahrsam.

Zuvor hatten sich vor dem Rathaus Tumulte entwickelt, bei denen Beck und seine Kollegen mit Eiern und Tomaten beworfen worden waren. Unmittelbar darauf seien die Politiker von der Polizei verhaftet worden.

Nach etwa einer Stunde wurden sie wieder auf freien Fuß gesetzt und von einem Vertreter der französischen Botschaft ins Hotel begleitet. Beck forderte die deutsche Bundesregierung auf, das Verhalten der russischen Behörden zu rügen und zu zeigen, dass dies "nicht akzeptabel" sei. Besonders die permanenten Verletzungen des Versammlungsrechts für Schwule und Lesben seien nicht hinzunehmehn. Er wolle in den nächsten Tagen in Gesprächen mit Duma-Abgeordneten darauf hinweisen, dass auch in Russland die Versammlungsfreiheit von Homosexuellen beachtet werden müsse.

Homosexualität ist in Russland zwar seit 1993 legalisiert, Schwule und Lesben müssen jedoch im Alltag mit Angriffen und Diskriminierung rechnen. Im Vorjahr war die Homo-Parade ebenfalls verboten worden. Als dennoch einige Protestanten durch Moskau zogen, waren sie von Sicherheitkräften und Gegenprotestanten attackiert worden. Volker Beck war damals auch von Extremisten angegriffen und verletzt worden. 

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Weitere Quellen: Quelle: FAZ.netBildmaterial: © volkerbeck.de / Stefan Kaminski