Schwerwiegende Vorwürfe hatte ein 16-jähriger Tiroler gegen einen46-jährigen Schuldirektor erhoben . gegenüber der Polizei hatte derUnterländer Lehrling im Sommer behauptet, der Salzburger habe ihn zumSex gezwungen: "Er sagte, dass ich mich wieder mit ihm treffen müsse, weil er es sonst meinem Chef sagt",gab der Lehrling zu Protokoll. Als der Mann im August erneut einTreffen mit dem Jugendlichen vereinbarte, willigte dieser zum Scheinan. Am Treffpunkt erwartete den 46-jährigen, der auch als Bürgermeistertätig ist, die Polizei an Stelle des Jugendlichen.

Bei der Vernehmung durch die Ermittlungsbehörden gab der Mann dassexuelle Verhältnis mit dem Jungen zu. Den Vorwurf, dass es dabei zuNötigung oder gar Erpressung gekommen sein sollte, wies derBürgermeister aber zurück - alles sei stets freiwillig und aufbeiderseitigem Wunsch passiert. Dass der Junge erst 16 sei, war für denSchuldirektor offenbar auch neu: Er glaubte, einen 18-Jährigen zuverführen.

Für den 46-jährigen stand auf Grund der Beschuldigungen des Lehrlingsviel auf dem Spiel: Die Salzburger Schulbehörde beurlaubte denHauptschuldirektor vorübergehend und wandelte diese Beurlaubung vor demProzessbeginn in eine vorläufige Suspendierung um. "Um ein paar Tage zu früh", sagt Markus Knoll, der Innsbrucker Anwalt des Bürgermeisters: "Das Gericht hat am Donnerstag das Verfahren gegen meinen Mandanten eingestellt."Denn der Jugendliche hatte bereits vor einigen Wochen gestanden, dassdie Erpressung nicht stattgefunden habe. Auch sei er für seineLiebesdienste nicht bezahlt worden, wie er in früheren Vernehmungenbehauptet hatte. Das Geld sei lediglich ein Geschenk und Benzingeldfürs Moped gewesen.

Alle Ermittlungen wurden eingestellt. "Jetzt müsste eigentlich auch die Suspendierung aufgehoben werden", hofft Anwalt Knoll.

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Weitere Quellen: tirol.com