(dbna.de / 365gay.com) Wenn es nach Professor Ian Frazer geht, sollten Schwule künftig nicht mehr mit bestimmten Medikamenten gegen sexuell übertragbare Krankheiten (STDs) versorgt werden. Der australische Wissenschaftler, der maßgeblich an der Entwicklung von Wirkstoffen gegen Feigwarzen und Darmkrebs beteiligt war, hält dies für "Geldverschwendung": "Es ist ihr Geld (Anm. d. Red: Das der Schwulen) und somit ihre Entscheidung", sagte Frazer der Australian Associated Press am Freitag. "Aber es ist eine Tatsache, dass erwachsene Männer die mit anderen Männern Sex haben und die nicht in monogamen Beziehungen leben wenig davon profitieren werden."

Er bezieht sich dabei auf das Medikament Gardasil, das gegen die sexuell übertragbare Krankheit HPV eingesetzt wird. Es wird in Großbritannien, den USA und Australien zur Behandlung von Patienten zwischen neun und 26 Jahren eingesetzt. In einem BBC Report hatte der Sender darüber berichtet, dass eine große Zahl schwuler Männer dieses Medikament verlangt hatten, um sich gegen Darmkrebs und Feigwarzen zu schützen. Einige private Kliniken böten das Medikament für rund 1.000 Dollar je Behandlung an.

Um effektiv wirken zu können, müsse das Medikament jedoch an Personen unter 26 Jahren verabreicht werden - im Idealfall im Alter von neun oder zehn Jahren - und viele promiske schwule Männer seien bereits unter 26 mit wenigstens einem der vier Bakterienstämmen von HPV infiziert. Einige britische Wissenschaftler widersprechen der Ansicht des Australiers und argumentieren, dass selbst eine Person mit häufigen Partnerwechseln nur sehr unwahrscheinlich mit allen vier Bakterienstämmen in Kontakt käme.

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Weitere Quellen: Quelle: 365gay.comBildmaterial: © stock.xchng