Im oberpfälzischen Rötz griff der 14-jährige Maximilian nach einerverbalen Auseinandersetzung mit seinem Lehrer zur Waffe. Der 35-jährigePädagoge hatte den Schüler der achten Klasse der Hauptschule in Rötznach Streitigkeiten vor die Tür gesetzt. Etwa 20 Minuten später betratMaximilian das Klassenzimmer erneut und bedrohte seinen Lehrer miteinem großkalibrigen Revolver.

Dem Mann gelang es, die Hand in der der Schüler die Waffe hieltbeiseite zu schlagen, wobei sich jedoch ein Schuss löste, wie diePolizei berichtete. Dieser schlug im Boden ein und verletzteglücklicherweise niemanden. In der Folge gelang es dem Lehrer darüberhinaus auch, den Schüler zu überwältigen und bis zum Eintreffen derPolizei festzuhalten. Die Schule wurde nach dem Vorfall komplettgeräumt und ein Kriseninterventionsteam kümmerte sich vor Ort um dieSchüler. Der bedrohte Lehrer stand noch einige Zeit nach der Tat unterSchock und konnte nicht sofort vernommen werden.

Die Tatwaffe hatte Maximilian aus dem Waffenschrank seines Vaters -einem Jäger, Inhaber eines Waffenscheins und somit authorisiert solcheWaffen zu besitzen - entwendet. Das Motiv des Jungen ist jedoch weiterunklar.

Bereits im März 2000 hatte ein 16-jähriger im oberbayrischenBrannenburg wegen eines Schulverweises den Leiter des Internatsniedergeschossen und danach versucht sich selbst durch einen Kopfschußzu töten. Der Lehrer verstarb sechs Tage nach dem Vorfall, der Schülerliegt seitdem im Koma. Auch der Fall des 22-jährigen Amokläufers inFreising, der im Februar2002 den Direktor seiner ehemaligen Berufschule erschoß und auch einenanderen Lehrer verletzte ist noch immer in Bewußtsein derÖffentlichkeit. Ein weiterer Vorfall hatte sich im Juli 2003 ereignet,als ein 16-jähriger in Coburg seine Lehrerin anschoß und sichanschließend selbst tötete. Der Vorfall vom Montag reiht sich inbeunruhigender Weise in die Reihe dieser Gewaltakte ein.

"Es ist erschütternd, dass die Schule vor derartigen Anschlägen nichtvollkommen geschützt ist", so die bayrische Kultusministerin MonikaHohlmeier. In diesem Fall habe nur das beherzte Eingreifen des Lehrersschlimmeres verhindern können.

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Weitere Quellen: sueddeutsche.de