Warum ich gegen die "Demo für alle" demonstriere

Fabian Schäfer Von Fabian Schäfer
Warum ich gegen die "Demo für alle" demonstriere
privat

Am Sonntag gehen Konservative und "besorgte Eltern" wieder in Stuttgart auf die Straße, um gegen LGBTIQ*-Rechte, Eheöffnung und Bildungsplan zu demonstrieren. Doch es gibt auch eine Gegendemo. Miguel erklärt, wieso er daran teilnimmt.

Bereits zum siebten Mal gehen an diesem Sonntag Menschen in Stuttgart auf die Straße, um an der "Demo für alle" teilzunehmen. Sie demonstrieren gegen die Ehe für alle, gegen LGBTIQ*-Rechte und vor allem gegen den Bildungsplan der Landesregierung, gemäß dem auch nicht-heteronormative Lebensformen in Zukunft auf dem Stundenplan stehen sollen.

Doch es wird auch eine Gegendemo geben, die das Bündnis "Vielfalt für Alle" organisiert. Da wird auch Miguel dabei sein. Am Sonntag geht der 26-Jährige dbna'ler und Support-User zum zweiten Mal zur Gegendemo.

"Ich sehe es als meine Pflicht, dagegen zu protestieren"

"Ich finde, dass die Generationen vor uns viel geleistet haben, was die Akzeptanz von Homosexualität angeht. Wenn es jetzt Demos gibt, die diese Rechte einschränken wollen, dann ist es unsere Generation, die unsere Rechte verteidigen muss", sagt er. 

Dafür ist dem Kraftfahrzeugtechniker aus Ulm auch die einstündige Fahrt nach Stuttgart nicht zu weit. "Wenn eine Demo meine Rechte einschränken will, dann sehe ich es als meine Pflicht, dagegen zu protestieren."

flickr.com/Demo für Alle
Bei der Demo für alle in Stuttgart sind auch Birgit Kelle (2. v. l.) und Hedwig von Beverfoerde (r., im roten T-Shirt) dabei.

Bei der Demo für alle in Stuttgart sind auch Birgit Kelle (2. v. l.) und Hedwig von Beverfoerde (r., im roten T-Shirt) dabei.

Auf der homophoben Bühne: Der Salzburger Weihbischof

Bei seiner ersten Gegendemo fand er es unglaublich, wie viele Menschen bei der "Demo für alle" teilnehmen. Das sind keinesfalls nur rechte Skinheads, "sondern ganz normale Leute, Eltern mit ihren Kindern, das könnten die Nachbarn sein."

Auf der Rednerliste für Sonntag stehen laut einer am Dienstag verschickten Mitteilung unter anderem der Salzburger Weihbischof Andreas Laun. Der 73-Jährige gilt als erzkonservativer Gegner von LGBTIQ*-Rechten und der Ehe für alle. Mit dabei ist auch Birgit Kelle, die vor allem durch ihr Buch "Gender Gaga" bekannt geworden ist.

Gemeinsam zur Gegendemo

Miguel wird auch deshalb gegen die homophobe Demo protestieren, weil das Thema nur zwei Wochen vor der Landtagswahl besonders aktuell ist. "Ich werde meinen Freundeskreis mobilisieren", sagt er. 

Wer auch an der Gegendemo teilnehmen möchte, aber nicht alleine hingehen will, der kann Miguel gerne schreiben, um sich mit ihm zu verabreden. (Hier geht's zu seinem dbna-Profil). Weitere Infos gibt es zudem bei den zwei Facebook-Veranstaltungen der Gegendemo: hier und hier.

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Weitere Quellen: flickr.com/Demo für Alle