Was wir über Orlando wissen

Fabian Schäfer Von Fabian Schäfer
Was wir über Orlando wissen
Alfonso Partisano

Das schlimmste Attentat eines Einzeltäters erschüttert die USA und die ganze Welt. Wer war der Täter? Wer die Opfer? Was sind die Motive? Wir beantworten die wichtigsten Fragen.

Was ist geschehen?

Ein Bewaffneter hat gegen 2 Uhr morgens im Club "Pulse" mitten in Orlando begonnen zu schießen. Er hatte eine Handfeuerwaffe, Typ "AR-15" sowie eine Handfeuerwaffe bei sich. Ein einzelner Polizist hat zunächst auf ihn geschossen, später kamen zwei weitere Beamte zu Hilfe.

Der Täter hat daraufhin Geiseln genommen. Nach drei Stunden hat die Polizei den Club, der vor allem in der LGBTIQ*-Community beliebt ist, gestürmt. Dabei wurde der Angreifer getötet. 

Was für ein Club ist das "Pulse"?

"Pulse" liegt mitten in Orlando, Florida. Der Club ist ein Treffpunkt der LGBTIQ*-Szene. Laut Polizeichef war das "Pulse" an diesem Abend mit rund 300 Gästen gut besucht. Dort fand eine "Latin-Party" statt. Das Gebäude besteht aus vielen verzweigten Gängen und Räumen, weshalb viele Stunden nach der Tat noch nicht alle Opfer geborgen waren.

Wer ist der Täter?

Der Mann ist identifiziert als Omar M., 29, ein US-amerikanischer Staatsbürger mit afghanischen Wurzeln. Er wurde in New York City geboren. Der Täter arbeitete rund 200 Kilometer entfernt in Port Pierce für einen privaten Sicherheitsdienst. Deshalb hatte er eine Schusswaffenlizenz. Alle Waffen hat Omar M. legal gekauft.

Laut Polizei ist er "sehr gut organisiert und vorbereitet gewesen". Zweimal war der Täter in Kontakt mit dem FBI, nämlich 2013 und 2014. Beide Male konnten sich die Verdachte nicht bestätigen.

Welches Motiv hatte der Täter?

Der Vater von Omar M. sagte dem US-Fernsehsender MSNBC, er glaube nicht an ein religiöses Motiv. Stattdessen deutete er an, dass sein Sohn homophob sei. Auch seine Exfrau, die seit 2011 von ihm geschieden ist, sagte, Omar M. sei nicht religiös gewesen.

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John B. Emerson (r.), US-Botschafter in Deutschland, bei der Mahnwache.

John B. Emerson (r.), US-Botschafter in Deutschland, bei der Mahnwache.

Was hat der "Islamische Staat" mit der Tat zu tun?

Laut FBI rief Omar M. vor der Tat beim Polizei-Notruf an und bekannte sich zum sogenannten "Islamischen Staat" (IS). Die IS-nahe Nachrichtenagentur Amaq verbreitete zwar, dass die Tat aufs Konto des IS gehe. US-Ermittler haben jedoch bisher keine offizielle Verbindung von Omar M. zum "Islamischen Staat". Womöglich habe er sich selbst radikalisiert, wenn auch nicht "unter Kommando und Kontrolle des IS". Vieles spreche dafür, dass er als "einsamer Wolf" gehandelt habe.

Wer sind die Opfer?

49 Menschen wurden bei dem schlimmsten Attentat eines Einzelkämpfers in der Geschichte der USA getötet, dazu der Attentäter selbst. 53 wurden verletzt. 24 Namen der Getöteten hat die Stadt Orlando bereits veröffentlicht (Stand: 13:50 MEZ), darunter (dem Vornamen nach) 20 Männer und vier Frauen. Das jüngste bisher identifizierte Opfer war 20, das älteste 50 Jahre alt. 

Beeinflusst die Tat die amerikanischen Präsidentschaftswahlen?

Wahrscheinlich schon. Donald Trump fordert bereits jetzt Amtsinhaber Barack Obama zum Rücktritt auf, weil er dem "radikalen Islam" nicht die Schuld am Attentat gegeben hat. Gleichzeitig wiederholte Trump seine Forderung eines Einreiseverbots für Muslime in die USA.

Die Präsidentschaftskandidatin der Demokraten, Hillary Clinton, nennt die Tat einen "Akt des Terrors". Sie sagte, die USA müsse nun doppelt so viel gegen solche Gefahren tun. Ählniche Worte fand auch Präsident Barack Obama: Er sprach von einem "Akt des Terrorismus und einem Akt des Hasses". Es war die etwa 20. Rede des Präsidenten zu einem sogenannten "shooting" in seiner Amtszeit. 

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Weitere Quellen: Alfonso Partisano