Weg damit

Fabian Schäfer Von Fabian Schäfer
Weg damit
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Es gibt Leute in unserem Leben, die darin eigentlich nichts zu suchen haben. Sie sind vielleicht ganz nett, aber irgendwie bringen sie uns nicht weiter. Es ist keine Freundschaft und auch nichts Ernstes. Eigentlich regen sie uns auch nur auf. Manchmal müssen wir solche Leute aus unserem Leben streichen.

Wir kennen sie alle und wir haben sie alle. Diese Kontakte, die uns einfach nicht guttun. Wir haben sie wahrscheinlich im Internet oder auf einer Party kennengelernt, als wir wieder einmal zu sehr mit dem Wodka geliebäugelt haben. Oder wir haben sie einfach auf ein paar Dates getroffen. Wie wir sie auch kennengelernt haben, eins ist ihnen allen gleich.

Sie melden sich ab und an auf Facebook, hier auf dbna oder WhatsApp. In manche von ihnen waren wir heftig verliebt, in andere haben wir uns verguckt. Vielleicht waren wir mit ihnen im Bett, vielleicht aber auch nicht. Aber wir mögen sie, irgendwie. Und das ist der springende Punkt: Irgendwie. Denn immer wenn sie sich mal wieder melden, sind wir uns nicht sicher: Soll ich überhaupt antworten?

Wieso mögen wir ihn überhaupt?

Natürlich antworten wir. Aus Höflichkeit, weil wir ihn ja eigentlich auch mögen. Aber, seien wir doch mal ehrlich: Er bringt uns nicht weiter. Eine richtige Freundschaft ist das nicht, sonst würden wir öfter etwas gemeinsam unternehmen. Für eine Beziehung passt es auch nicht so ganz. Flüchtige Bekannte haben wir doch wirklich schon genug. Was soll es also, dass er sich alle Jubeljahre mal meldet, wahrscheinlich wenn ihm langweilig ist. Aber müssen wir uns das geben?

Wir tun es oft genug. Wir stehen bereit, wenn er Lust dazu hat. Komisch, denn so richtig gute Gespräche kann man eigentlich auch nicht mit ihm führen. Je länger wir darüber nachdenken, wieso wir überhaupt was mit ihm zu tun haben, desto stärker werden die Zweifel: Wieso mögen wir ihn?

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Manche "Freundschaften" lassen uns einfach nur verzweifeln. Weg damit!

Manche "Freundschaften" lassen uns einfach nur verzweifeln. Weg damit!

Ja, er ist sympathisch und auch ziemlich lieb. Aber das trifft auch auf viele andere Typen zu. Und viele andere Typen sind zuverlässiger, aufrichtiger und melden sich nicht nur, wenn sie mal wieder ihren WhatsApp‐Verlauf durchscrollen und merken "oh, den habe ich auch lange nicht mehr gesehen".

Was ist also die Lösung? Zuerst einmal müssen wir einsehen, dass wir Leute aus unserem Leben streichen können, auch wenn sie uns nichts getan haben. Es gibt ja keinen richtigen Anlass. Aber wer verlangt das? Wir sind niemandem Rechenschaft schuldig, außer uns selbst. Manchmal passt es einfach nicht. Das ist Grund genug. In unserer Zeit können wir so viel Besseres machen, als uns über ihn zu ärgern. Richtigen Freunden nach einer durchfeierten Nacht billige Aufback‐Brötchen servieren zum Beispiel.

Ignorieren oder die Wahrheit sagen?

Also, wie bekommen wir ihn los? Die einfachste Lösung wäre wohl, einfach nicht mehr zu antworten. Das ist dreist und nicht höflich, aber wirkungsvoll. Spätestens nach dem dritten "Hey, na du" also nach drei bis acht Wochen hat er wohl verstanden, dass er einfach keine Antwort mehr bekommt. Wichtig dabei: Durchhalten und auf keinen Fall einknicken. Wer das kann und übers Herz bringt, für den ist das wohl der richtige Weg. Falls Zweifel aufkommen, immer dran denken: Wir sind niemandem Rechenschaft schuldig, wieso wir nichts mit ihm zu tun haben wollen.

Etwas eleganter ist es, einfach die Wahrheit zu sagen. Wenn er sich also einmal mehr an einem Samstagabend meldet, weil wohl sonst keiner Zeit hat, ist die perfekte Gelegenheit. "Hör mal, so geht das nicht weiter. Ich finde, wir passen einfach nicht zusammen. Es ist besser, wir haben nichts mehr miteinander zu tun." Das birgt aber die Gefahr, dass er nach Erklärungen verlangt, die dann in eine endlose Diskussion führen. Aber auch hier gilt: Wir sind keine Rechenschaft schuldig.

Wie wir ihn auch losbekommen, es ist ziemlich befreiend, wenn er dann keine Rolle mehr in unserem Leben spielt. Im Grunde hat er uns doch sowieso nur aufgeregt. Es kostet Überwindung, Leute ohne richtigen Vorfall aus seinem Leben zu streichen, aber manchmal muss es einfach sein. Sie bringen uns nicht weiter und regen uns nur auf. Weg damit.

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