Welche Minderheit ist ein Gewinn für alle?

Fabian Schäfer Von Fabian Schäfer
Welche Minderheit ist ein Gewinn für alle?

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NDR-Reporter Michel Abdollahi macht auf der Straße den Vielfalts-Check: Er fragt, ob etwa Schwule, Lesben, Muslime, Veganer oder Heterosexuelle ein Gewinn für die Gesellschaft sind. Wären die Reaktionen nicht so traurig, wären sie fast schon lustig.

Am 9. Juni wird der Diversity-Tag gefeiert. Grund genug für NDR-Reporter Michel Abdollahi, ein riesiges Minderheiten-Glücksrad in Hamburg aufzustellen. Mit dabei: Schwule, Lesben, Transsexuelle, Muslime, Menschen mit Behinderung, Veganer, Katholiken. Wer am Glücksrad dreht, muss seine Meinung zur Minderheit sagen.

"Finden Sie, Transsexuelle sind wichtig für die Gesellschaft?", fragt er einen älteren Herren. "Wir haben sie nun mal", ist seine nüchterne Reaktion. Bei der Entscheidung zwischen Muslimen und Transsexuellen tut sich eine Frau nicht schwer. "Die sind für Kinder nicht gut", sagt sie über Transsexuelle, als wäre es eine ansteckende Kinderkrankheit wie Mumps, Masern oder Röteln.

Hetero ist gleich Travestie?

"Was ist mit den Schwulen und Lesben - hätten sie davon gerne mehr in ihrem Stadtteil?", fragt Abdollahi. "Das kann ich so nicht sagen, ich weiß ja nicht, wer es ist", sagt er. Im selben Moment fährt ein lesbisches Pärchen auf dem Fahrrad vorbei. "Wir sind nette Nachbarn", sagen sie und winken.

Eine Frau meint, keine Heterosexuellen zu kennen. "Schwule - ja, Lesben - ja, aber Heterosexuelle...doch, auf der Reeperbahn", sagt sie. Da hat wohl jemand Travestie und Hetero verwechselt. Kann ja mal passieren.

Immer diese "Schwulen-Umzüge"

Highlight ist die Aussage zu Veganern. "Sind die ein Gewinn für alle?" - "Nein, nein, nein. Wo sollen die ganzen Tiere bleiben?" - "Aha, auch ein guter Punkt", engegegnet der Reporter. Nur bei der Entscheidung, ob sie lieber mehr Veganer oder mehr Transsexuelle in ihrem Stadtteil will, ist sich die Frau sicher: "Dann doch die Veganer."

Wären die Antworten nicht so traurig, wären sie wirklich lustig. Immerhin wurde ein älterer Mann während eines Christopher-Street-Days mal geküsst, erinnert er sich. Aber zu den "Schwulen-Umzügen" gehen sie nicht mehr. "Weil es Überhand nimmt. Die Heterosexuellen werden ja diskriminiert." Arme Welt.

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