Wem ein Mann nicht reicht...

Fabian Schäfer Von Fabian Schäfer
Wem ein Mann nicht reicht...

YouTube/Vista Agenzia Televisiva Nazionale

In Italien werden im Ausland geschlossene Ehen zwischen Homosexuellen nicht anerkannt. Theoretisch kann ein Schwuler so viele Gatten haben, wie er möchte.

Luca lebt in der frei erfundenen Stadt Inguistolo (auf Deutsch etwa "Ungerechtigkeitsstadt") in Italien. Weil er schon lange mit seinem spanischen Freund Manolo glücklich ist, wollen die beiden heiraten. Das ist für Schwule in Italien nicht möglich, also heiraten sie in Madrid. 

Um im Ausland eine Ehe zu schließen, braucht Luca eine Bestätigung seiner Heimatstadt, nicht verheiratet zu sein. Die bekommt er natürlich. Luca und Manolo heiraten, doch zurück in Italien wird die Ehe nicht anerkannt. Luca bleibt für die Behörden ledig.

Deshalb kann er in England John und in Schweden Marcus heiraten. Denn von seiner Heimatstadt erhält er jedes Mal aufs Neue die Bestätigung, unverheiratet zu sein. Erst als er in Inguistolo eine Frau heiratet, wird die Hochzeit anerkannt - obwohl er bereits drei Ehemänner hat.

Irland-Referendum beflügelt Diskussion in Italien

Das Video macht darauf aufmerksam, dass Schwule und Lesben in Italien keine Möglichkeit haben, eine Ehe oder eine eingetragene Lebenspartnerschaft einzugehen. Einige Regionen erließen zwar symbolische Beschlüsse für homosexuelle Paare, Bereiche wie soziale Absicherung oder Erbe müssen jedoch von der Regierung in Rom verabschiedet werden. 2006 war eine Gesetzesinitiative am damaligen Ministerpräsidenten Silvio Berlusconi.

Doch beflügelt vom Irland-Referendum bewegt sich etwas: Die Demokratische Partei von Ministerpräsident Matteo Renzi hat dem Senat einen Gesetzentwurf vorgelegt, der eine eingetragene Lebenspartnerschaft ermöglicht. In ihr gelten dieselben Rechte und Pflichten wie in Hetero-Ehen. Renzi versprach, das Gesetz noch im Sommer zu verabschieden. Allerdings muss er sich gegen die Mitte-rechts-Partei "Neue rechte Mitte" (NCD) durchsetzen, die der Regierung angehört und den Gesetzestext kritisiert.

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