Wie geht wählen?

Redaktion Von Redaktion

Damit du vor der Bundestagswahl nicht den Überblick verlierst, haben wir die häufigsten Fragen beantwortet und die schwierigsten Begriffe verständlich gemacht.

Die Stimmzettel sind gedruckt und die Wahlhelfer in den Wahllokalen bereiten sich auf ihre wichtige Aufgabe vor. Am 27. September gibt es gegen 19 Uhr die ersten Hochrechnungen und eine erste Ahnung macht sich breit: Wer holt das Direktmandat im eigenen Wahlkreis? Wird es viele Überhangmandate geben? Welche Parteien sind im 17. Deutschen Bundestag vertreten?

Du hast kaum ein Wort verstanden? Dann geht es dir wie vielen Leuten in Deutschland, jungen wie alten, die alle vier Jahre zur Bundestagswahl gehen und gar nicht wissen, was sie dort ankreuzen und wofür.

Zugegeben: Die Begriffe sind ein bisschen überhöht und kompliziert. Im Grunde ist Wählen aber ganz leicht. Damit du vor der Bundestagswahl nicht den Überblick verlierst, haben wir die häufigsten Fragen beantwortet und die schwierigsten Begriffe verständlich gemacht.

Wer wird überhaupt gewählt?

Bei der Bundestagswahl werden die 598 Abgeordneten gewählt, die im Deutschen Bundestag sitzen und dort an Gesetzen arbeiten. In der Regel ist die Bundestagswahl alle vier Jahre. Es sei denn, es kommt zu vorzeitigen Neuwahlen.

Wer darf wählen?

Wählen dürfen alle deutschen Staatsbürger, die am Wahltag mindestens 18 Jahre alt sind und seit mindestens drei Monaten in der Bundesrepublik Deutschland leben. Auch Deutsche, die im Ausland leben, dürfen wählen.

Was ist ein Wahlkreis?

Für die Wahl ist Deutschland in 299 Wahlkreise aufgeteilt. In jedem Wahlkreis wird ein Direktkandidat gewählt, der dann ans Abgeordneter in den Bundestag geht. Damit jede Stimme gleich viel zählt, leben in jedem Wahlkreis durchschnittlich 250.000 Menschen.

Wie viele Stimmen habe ich?

Jeder Wähler hat zwei Stimmen: Eine Erst- und eine Zweitstimme. Der Wahlzettel ist in zwei Hälften geteilt. Auf der linken Hälfte kannst du deine Erststimme vergeben und auf der rechten deine Zweitstimme. Mehr als ein Kreuz pro Hälfte solltest du nicht machen, das macht deinen Stimmzettel ungültig.

Was ist die Erststimme?

Mit der Erststimme wählst du einen Direktkandidaten aus deinem Wahlkreis. In jedem Wahlkreis treten mehrere Kandidaten gegeneinander an. Wer von ihnen die meisten Stimmen erhält, bekommt einen Sitz im Bundestag. Wenn auf zwei Kandidaten exakt gleich viele Stimmen fallen, entscheidet das Los.

Was ist die Zweitstimme?

Mit der Zweitstimme entscheidest du dich für eine Partei, die in deinem Bundesland zur Wahl steht. Man wählt die so genannte Landesliste. Auf dieser Liste stehen in einer festen Reihenfolge Kandidaten, die für ihre Partei in den Bundestag wollen. Die Kandidaten, die auf der Liste ganz oben stehen, erhalten als erste einen Sitz. Die Zweitstimme entscheidet also über die Mehrheitsverhältnisse im Bundestag. Je mehr Zweitstimmen eine Partei sammelt, desto mehr Sitze hat sie später.

Ein Beispiel: Von einer Partei X haben drei Kandidaten in ihrem Wahlkreis direkt gewonnen. Sie dürfen sofort in den Bundestag einziehen. Weil viele Wähler aber auch ihre Zweitstimme der Partei X gegeben haben, darf sie weitere sieben Kandidaten in den Bundestag schicken. Das sind die sieben Kandidaten, die auf den ersten sieben Plätzen der Landesliste stehen.

Was sind Überhangmandate?

Überhangmandate sind zusätzliche Sitze, die eine Partei im Bundestag erhalten kann. Das ist etwas kompliziert, deshalb wieder ein Beispiel: Durch die Zweitstimmen hat die Partei X in einem Bundesland zehn Sitze im Bundestag gewonnen. In dem Bundesland haben aber insgesamt zwölf Kandidaten so viele Erststimmen erhalten, dass sie direkt in den Bundestag einziehen dürfen. Zehn Sitze für zwölf Abgeordnete sind zu wenig, deshalb erhält die Partei zwei zusätzliche Sitze. Das sind die so genannten Überhangmandate.

Und was soll ich nun wählen?

Auf diese Frage kannst nur du eine Antwort finden. Denn jeder sollte selbst entscheiden, welcher Partei und welchem Kandidaten er seine Stimme gibt. Eine Hilfe findest du im Internet: den Wahl-o-Mat zur Bundestagswahl. Dort kannst du ein paar Fragen beantworten und erhältst eine detaillierte Auswertung, welche Partei deine Anliegen vertritt.

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