Wo die Regenbogenfahne nicht weht

Redaktion Von Redaktion
Wo die Regenbogenfahne nicht weht
Lauren Wade via TakePart.com

Viele Länder der Welt sind von einer Gleichberechtigung homo- und heterosexueller Menschen weit entfernt. Der Fernsehsender CNN International beleuchtet Einzelschicksale in Russland, Ägypten, Japan, China und Uganda, die sich gegen die Repressionen in ihren Ländern auflehnen.

Schwule, Lesben und Trans-Menschen müssen sich in vielen Ländern der Welt verstecken. In Uganda herrschen Gesetze, die Homosexualität verbieten, in Russland ist "homosexuelle Propaganda" nicht erlaubt. Doch selbst wenn es keine Gesetze gegen Homosexualität gibt, werden LGBTIQ in Ägypten verfolgt oder gehen in China Scheinehen ein, um ihre sexuelle Orientierung zu verbergen.

Homo-Hochzeit in Russland - trotz Verbot

Der Fernsehsender CNN hat homo- und transsexuelle Menschen in Russland, Ägypten, Japan, China und Uganda besucht und erzählt ihre persönliche Geschichte. In Russland etwa wird ein lesbisches Paar porträtiert, das in St. Petersburg geheiratet hat. Möglich gemacht hat das ein Schlupfloch, weil eine der beiden Frauen als Mann geboren wurde und auf dem Papier noch männlich ist. Aljona Fursova, eine der Bräute, sagt im Video: "Es ist dennoch angsteinflößend. Wir haben es zwar geschafft, jetzt zu heiraten, allerdings wissen wir nicht, was uns in Zukunft erwartet." Die russischen Abgeordneten sind empört und bezeichnen die Ehe von Aljona und Irina als "unnatürlich".Die Behörden sagen, das Ehepaar solle sich in eine psychiatrische Klinik einweisen lassen oder auswandern. Das frischvermählte Paar will sich aber nicht einschüchtern lassen. "Ich hoffe wirklich, dass unser Verhalten Menschen aufzeigt, dass sie ihre Rechte einfordern können, wenn sie dafür kämpfen", sagt Irina.

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Jagd auf Schwule via App

Homosexualität ist in Ägypten zwar nicht offiziell verboten, Schwule und Lesben werden aber dennoch verfolgt und öffentlich gedemütigt. Die Dating-App Grindr etwa warnt ihre Nutzer davor, persönliche Daten freizugeben. Denn die ägyptischen Behörden nutzen sie offenbar, um Schwule und Lesben aufzuspüren und sie zu verhaften. Im Video sprechen zwei schwule ägyptische Männer, die unerkannt bleiben wollen: "Ich habe immer Angst, Leute zu treffen. Sie könnten von der Regierung sein und mich verhaften, so wie sie es mit vielen anderen gemacht haben", sagt Nour.

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In Japan gibt es nur geringe Veränderungen für die Rechte der LGBTIQ*-Community. Doch der buddhistische Priester Takafumi Kawakami stellt sich gegen die Konventionen. Er erzählt im Interview: "Wir heißen alle Paare in unserer Gemeinde willkommen. Ihre sexuelle Orientierung spielt für uns keine Rolle." Die kontroverse Entscheidung des Priesters macht seinen Tempel zum ersten des Landes, der gleichgeschlechtliche Eheschließungen vollzieht. Allerdings bleiben die Zeremonien symbolisch; bisher erkennt die japanische Regierung gleichgeschlechtliche Ehe nicht offiziell an.

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China: Nur eine inoffizielle Meinung

In der chinesischen Gesetzgebung gibt es keine klare Linie zu Rechten homosexueller Menschen. Inoffiziell hat das Land aber sehr wohl eine Meinung und vor allem eine Konvention. "Im Moment gibt es drei Grundsätze: "Keine Unterstützung, keine offizielle Ahndung, keine Fortschritte. Das ist die inoffizielle offizielle Haltung der Regierung", sagt Xiaogang Wei vom Peking Gender Health Institute im Video.

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Anfang dieses Jahres verabschiedete die Regierung von Uganda ein "Anti-Homosexuellen-Gesetz", das unter anderem lebenslange Haftstrafen für Homosexuelle vorsah und Bürger dazu verpflichtete, Schwule bei den Behörden zu denunzieren. Das Verfassungsgericht Ugandas hat das weltweit umstrittene Gesetz im Sommer gekippt, aber nur wegen eines formalen Fehlers, nicht wegen des Inhalts. Die Verfolgung sexueller Minderheiten hält im Alltag weiter an. Die Fotojournalistin Daniella Zalcman hat die geistlichen Führer des Landes über ihre Meinung zum Gesetz und zur Homosexualität befragt. Hier gibt es eine Fotostrecke mit den Ergebnissen.

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Weitere Quellen: CNN International - Infografik: Lauren Wade, TakePart.com