Wort des Jahres 2006

Redaktion Von Redaktion

Jedes Jahr werden am 15. Dezember Wörter gekürt, die das zu Ende gehende Jahr bewegten. Dieses Jahr ganz oben dabei: die Fußball WM in Deutschland.

Die Gesellschaft für deutscheSprache (GfdS) ist eine politisch unabhängige Vereinigung, welche es sich zumZiel gesetzt hat, die deutsche Sprache zu pflegen und zu erforschen. Sie willin der Öffentlichkeit das Bewusstsein für die deutsche Sprache vertiefen und dieSprachentwicklung kritisch verfolgen.

Seit über 30 Jahren werden jedesJahr auch die "Wörter des Jahres" von der GfdS herausgegeben. Bei der Wahl derWörter ist nicht die Präsenz in den Medien von Bedeutung. Es geht viel mehrdarum, inwieweit ein Wort das vergangene Jahr über in der öffentlichenDiskussion stand oder ein wichtiges Thema charakterisierte.

Tschernobyl (1986), Aids und Kondom (1987), Gesundheitsreform (1988), Die neuen Bundesländer (1990),Der 11. September (2001) und zuletzt Bundeskanzlerin (2005) waren schon dabei.

2006 steht nun "Fanmeile" an erster Stelle. Es wurde gewählt, da es für Ortesteht, an denen während der Fußball-WM in Deutschland Hunderttausendezusammenkamen und ihrem ganz besonderen Lebensgefühl Ausdruck verliehen.

Auf den nachfolgenden Plätzen stehen:

2. Generation Praktikum (ein weniger positivesLebensgefühl einer Generation, die versucht, mit unbezahlten Praktika in dieKarriere zu starten)
3. Karikaturenstreit (seit Anfang des Jahres erhitztenKarikaturen über den Propheten Mohammed viele Gemüter)
4. Rechtschreibfrieden (nach jahrelangem Streit um dieRechtschreibung in Deutschland kam nun endlich das Ende desselben)
5. Prekariat (eine Wortneuprägung und "kritisch zu sehendeBenennungsalternative" für die neue Unterschicht)
6. Bezahlstudium (in vielen Bundesländern müssen Studierendeschon ab dem ersten Semester hohe Studiengebühren bezahlen)
7. Problembär (der bayerische Bär Bruno, welcher vieleWochen lang die Titelseiten der Zeitungen füllte und die Nation spaltete)
8. Poloniumspuren (im Bezug auf den Anschlag auf Litwinienko mitradioaktivem Polonium, welcher noch immer nicht geklärt ist)
9. Klinsmänner (sie haben Deutschland zum Weltmeister derHerzen gemacht und für viele Wochen auch den letzten Fußballmuffel begeistert)
10. schwarz-rot-geil! (mitdieser Wortkombination wollte die "Bild"-Zeitung die patriotistische Stimmung während WMzusammenfassen)

Übrigens: Das "Unwort des Jahres"wird seit 1991 von der Sprachkritischen Aktion Unwort des Jahres Ende Januarveröffentlicht. Hierbei kann jeder Bürger Wörter einschicken, die ihm im Laufedes Jahres negativ aufgestoßen sind.

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Weitere Quellen: Gesellschaft für deutsche SpracheBilder: photocase.com