Zoff mit den Eltern

Patrick Fina Von Patrick Fina

Die Party des Jahres steht kurz bevor, und du willst unbedingt mitdeinen Freunden bis zum Sonnenaufgang feiern. Es könnte so schön sein,doch dann kommt das "Nein" deiner Eltern.  Es geht aber auch ohneStress mit den Eltern...

Einige von euch werden schon ihre eigenen vier Wände haben. Andere leben allerdings noch zu Hause bei ihren Eltern. Jeder von euch kennt aber den ewigen Stress, den man als Jugendlicher oftmals mit seinen Eltern hat. Die Gründe für diesen Stress sind ganz unterschiedlich. Sei es, dass man unbedingt auf einer Party bis morgens um 5.00 Uhr durchfeiern möchte, oder sich vielleicht ein neues Handy kaufen will. Eltern sind in diesen Punkten zuerst mal skeptisch. Selbst wenn es die Party des Jahres ist, und sich 30 Leute vorgenommen haben bis zum Sonnenaufgang zu feiern Eltern stellen sich häufig quer. Doch wie bekommt man die Erlaubnis der Eltern? Strenge Eltern pochen auf zeitige Heimkehr: "Um elf Uhr bist du wieder hier!" Viele Jugendliche haben ihre Not mit strengen Eltern und würden sich am liebsten ihren Vorschriften widersetzen oder sie gar ignorieren. Fakt ist allerdings, dass dies die Lage oft nur noch schlimmer und verstrickter macht. Auch wenn es vielleicht schwer fallen mag, aber der beste Weg zu mehr Freiheiten führt übers Diskutieren und über Verständnis für die Eltern.

Versuche dich einmal in deine Eltern hineinzuversetzen. In den seltensten Fällen werden sie durch die pure Lust am Verbieten angetrieben, auch wenn es für die Jugendlichen oft so aussieht. Vielmehr sind die Eltern besorgt! So darf ein 16jähriger oft nur deshalb bis spätestens 22.00 Uhr in die Kneipe, weil seine Eltern fürchten, er könne sich dort maßlos betrinken oder gar Drogen nehmen. Ebenso darf eine 13jährige vielleicht nicht mit ins Ferienlager die könnte dort "Dummheiten" mit Jungs anstellen.

Solche Ängste gilt es im Gespräch mit den Eltern zum Thema zu machen und wenn möglich auszuräumen. "Fürchten die Eltern, ihr Sohn könnte in der Disko Drogen nehmen, kann er zum Beispiel argumentieren: Ich mache mir doch gar nicht aus Drogen, ich bin doch Sportler!," rät Dirk Grabolle, Diplom-Sozialpädagoge bei der Jugendberatung Freiburg gegenüber der dpa. Voraussetzung ist hierbei natürlich, dass dies auch den Tatsachen entspricht! Haben die Eltern Vorurteile gegen einen bestimmten Freund oder eine bestimmte Freundin des Nachwuchses, hilft womöglich die Flucht nach vorn, indem man den Kumpel den Eltern vorstellt.

Grundsätzlich ist es auch eine Möglichkeit, bei der Diskussion über ein bestimmtes Verbot mit Freunden zu argumentieren, bei denen die betreffende Maßregel keine Rolle spielt. Ebenso kann man Geschwister hinzu holen. Wenn der ältere Bruder regelmäßiger Disco-Besucher ist, kann man den Eltern ruhig zeigen, dass er deshalb kein Junkie geworden ist. Hier ist allerdings Fingerspitzengefühl gefragt, weil sich Eltern durch das Argumentieren mit Freunden und Geschwistern schnell auf den Schlips getreten fühlen. Das kann also auch schnell zum Schuss in den Ofen mutieren!

Sich über die Verbote der Eltern hinwegzusetzen ist genauso gefährlich, denn das verschlimmert die Situation nur. Das A und O einer jeden Diskussion mit überkorrekten Eltern ist, nicht sofort das Maximale zu fordern: Wer sonst um elf Uhr zu Hause sein muss, wird auch mit besten Argumenten kaum eine Chance haben, auf der Party des Jahres bis 5.00 Uhr am Morgen feiern zu dürfen. Viel besser ist es, sich mit kleinen Schritten dem Ziel zu nähern. Das bedeutet, auch minimale Zugeständnisse der Eltern als Erfolg zu werten um dann vor der nächsten Party des Jahres weiter zu diskutieren. Denn die steht meistens sehr viel eher an, als man es sich denkt!

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