Zwei Drittel der Deutschen sind für Ehe für alle

Fabian Schäfer Von Fabian Schäfer
Zwei Drittel der Deutschen sind für Ehe für alle
Ipsos / Fotolia.com / leremy

Das Referendum in Irland, die Supreme-Court-Entscheidung in den USA: Nur die deutsche Politik hinkt bei der Ehe für alle hinterher. Eine Umfrage zeigt jetzt: Die Mehrheit Bevölkerung befürwortet jedoch die Ehe für Homosexuelle.

In Deutschland dürfen Homosexuelle eine eingetragene Partnerschaft eingehen, die aber andere Rechte hat als eine Hetero-Ehe. Laut einer kürzlich weltweit durchgeführten repräsentativen Studie des Marktforschungsinstituts Ipsos treten demgegenüber fast sieben von zehn Deutschen (68 Prozent) dafür ein, dass auch homosexuelle Paare das Recht haben sollten, gleichberechtigt vor den Traualtar zu treten. 10 Prozent der Befragten in Deutschland sind der Ansicht, homosexuelle Paare sollten eine rechtliche Anerkennung erfahren, aber nicht heiraten dürfen, 11 Prozent meinen, sie sollten weder anerkannt werden noch heiraten dürfen und weitere 11 Prozent sind sich in dieser Frage nicht sicher.

Unterstützung der Ehe für alle in Spanien weltweit am größten

Knapp jeder zweite der Befragten in 23 Ländern weltweit stimmt für die Homo-Ehe in seinem Land. In Spanien ist die Unterstützung mit 77 Prozent weltweit am größten. Aber auch in Schweden (74 Prozent), Belgien (69 Prozent), Großbritannien (67 Prozent) und Kanada (62 Prozent) bekräftigen teilweise über zwei Drittel der Befragten das Recht auf Heirat von homosexuellen Paaren.

Thinkstock/GettyImages/Beth Hommel
"Willst du mich heiraten?" - in Irland und den USA möglich.

"Willst du mich heiraten?" - in Irland und den USA möglich.

Zwei Drittel der Russen gegen Anerkennung gleichgeschlechtlicher Partnerschaften

Wenig Zustimmung findet die gleichgeschlechtliche Ehe hingegen in Russland. Dort sind zwei Drittel der Befragten der Überzeugung, dass homosexuelle Paare nicht heiraten oder ihre Partnerschaft in irgendeiner Weise rechtlich anerkannt werden sollte. Auch in Polen (32 Prozent), Südkorea (29 Prozent), Indien (29 Prozent), Südafrika (27 Prozent) und der Türkei (25 Prozent) teilen immerhin mehr als ein Viertel der Studienteilnehmer diese Ansicht.

Studie bestätigt Ergebnisse der Vorgängerbefragung von 2013

Bereits 2013 hatte das Marktforschungsinstitut Ipsos eine globale Befragung zur Anerkennung gleichgeschlechtlicher Partnerschaften durchgeführt. Die Ergebnisse spiegeln die Ergebnisse der aktuellen Studie wider. Die Zustimmung, dass gleichgeschlechtliche Partnerschaften in irgendeiner Weise rechtlich anerkannt werden sollten, variiert jeweils nur um wenige Prozent. In Japan stimmen 2015 sogar sieben Prozent mehr dieser Aussage zu. Auch in den USA (4 Prozent) und Argentinien (4 Prozent) ist die Zustimmung gewachsen. In Schweden hingegen befürworten neun Prozent weniger die rechtliche Anerkennung von homosexuellen Partnerschaften. Auch in Frankreich (4 Prozent) und Italien (4 Prozent) ging die Zustimmung leicht zurück.

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