Andreas Steinhöfel

Redaktion Von Redaktion

Andreas Steinhöfel - der bekannte Autor der Bücher "Die Mitte der Welt",  "Defender" und "Der mechanische Prinz" - stand unserem Redakteur Matthias Frage und Antwort im Interview.

Matthias: "Die Mitte der Welt ist das beste Buch, das ich jemals gelesen habe. Dieses Buch hat mich absolut eingesogen. Es vergeht kein Monat, in dem ich es nicht lese, und deshalb sage ich einfach Danke für das Erschaffen meiner Mitte der Welt!" Was denkst du, wenn du so etwas hörst?

Andreas Steinhöfel: Dann denke ich an die vielen Bücher, die ich selber gelesen und die mir dasselbe Gefühl vermittelt haben. Manche Bücher spiegeln ganz bestimmte, womöglich gerade problematische Zeitpunkte in der eigenen Biographie wider. Diese Bücher geben dir die Sicherheit, mit deinen Ängsten und Unsicherheiten nicht allein zu sein. Andere fesseln dich deshalb, weil sie dir völlig neue Gedankenwelten eröffnen, erwischen dich also eher auf der intellektuellen Schiene. Die "Mitte" packt die Leute, schätze ich, eher auf dem emotionalen Level. Was bedeutet, dass sie für einen bestimmten Leser irgendwann nicht mehr den Stellenwert haben wird, den sie aktuell einnimmt.

Matthias: Nervt es dich immer wieder auf "Die Mitte" angesprochen zu werden?

Andreas Steinhöfel: Ganz und gar nicht. Wen ich einen Lieblingsfilm, ein Buch, ein Musikstück habe, könnte ich da auch dauernd drüber reden. Das Problem ist halt immer, dass ich kaum weiß, was ich auf solche Statements wie oben antworten soll, außer "freut mich", was zwar stimmt, aber nicht sonderlich aussagekräftig ist. Letztlich bin ich glücklich, dass der Roman so viele Menschen erreicht und ihnen etwas bedeutet, dass er dem einen oder anderen die Kraft gibt, sich aus irgendeiner beschissenen Situation in seinem Leben zu lösen oder doch wenigstens den Blickwinkel verändert.

Matthias: Angeblich hältst du dich aus der Verfilmung des Buches komplett raus. Kannst du uns trotzdem sagen, ob wir in näherer Zukunft mit dem Erscheinen rechnen dürfen? 

Andreas Steinhöfel: Das war ja ein jahrelanges Hin und Her um die Rechte, das Drehbuch,die Produzenten ... Inzwischen ist es wohl einigermaßen sicher, dass die Dreharbeiten im Frühsommer 2004 beginnen, und Regie führt auf jeden Fall Vanessa Jopp (Vergiss Amerika; Engel & Joe), die ich für absolut passend für den Stoff halte. Allerdings darf niemand damit rechnen, das Buch komplett verfilmt zu sehen. Es mussten sehr viele Abstriche, besonders bei den Nebenfiguren, gemacht werden. Aber was in aller Breite erhalten bleibt, ist die Geschichte zwischen Phil und Nicholas bzw. Kat. Damit bin ich, nachdem ich das Skript gelesen habe, sehr glücklich. Es kann sein, dass ich in der letzten Drehbuchfassung bei der Überarbeitung der Dialoge dabei bin, mal sehen. Ansonsten halte ich mich tatsächlich aus dem Film raus. Einen umfangreichen Roman auf 120 Minuten Kinoformat zu bringen, ist höllisch viel - und höllisch schwere - Arbeit, darauf hatte ich keine Lust.

Matthias: Wusstest du, dass es in Internet bereits ein "Andreas Steinhöfel Forum" ( hieraus stammt das o. g. Zitat )  gibt und Google knapp 600 Ergebnisse ausspuckt, wenn man deinen Namen eingibt? Wäre es da nicht an der Zeit einen Fanclub einzurichten :-) ?

Andreas Steinhöfel: Tu dir keinen Zwang an ... :) Das Forum zeigt fast ausschließlich Beiträge von irgendwelchen armen Schülern, die Referate oder Hausarbeiten über den Roman abliefern müssen und keinen Plan haben, woher sie Infos kriegen sollen. Ich hab jetzt meine Mailadresse reingesetzt. Wichtiger als ein Fanclub wäre ein knackiger Sekretär, der die Leserbriefe beantwortet, meine Lesereisen koordiniert und so was. Von mir aus könnte er auch noch die Wohnung putzen ...

Matthias: Deine Bücher werden mittlerweile sogar im Schulunterricht verwendet. Hättest du geglaubt, dass es je soweit kommt?

Andreas Steinhöfel: Darauf habe ich keinen Einfluss. Eigentlich ist es ziemlich ambivalent, massenweise Post zu kriegen, die von irgendwelchen armen Kiddies verfasst wird, weil drohend der Lehrer hinter ihnen steht. Wer zwei Klassenarbeiten und ein Referat zu einem meiner Bücher halten muss, kauft womöglich kein anderes mehr, weil er so genervt ist. Ansonsten ist es nett, klar, im Kanon der Lehrlektüre aufgenommen zu sein. Schon wegen der Altersvorsorge ... Und eh die Kids was Doofes lesen ...

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