Das Schweigen brechen

Redaktion Von Redaktion

In vielen Staaten der Welt werden Menschen wegen ihrer sexuellen Orientierung diskriminiert, verfolgt, gefoltert oder sogar getötet.

"Das Schweigen brechen" bricht tatsächlich mit dem Schweigen, und das auch noch in einer sehr lesenswerten Art und Weise. Der rechtliche Überblick bietet eine gute und leserfreundliche Einführung in rechtliche Entwicklungen weltweit seit der Unterzeichnung der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte. Für Leser und Leserinnen, die noch nicht wissen, dass sich amnesty international im Rahmen ihrer Menschenrechtsarbeit für die Menschenrechte von Lesben, Schwule und Transgender einsetzt, bietet der darauffolgende Abschnitt einen interessanten Einblick in die Arbeit von amnesty international in diesem Bereich. |n

Das Kapitel "Verfolgt, verhaftet, ermordet - Menschenrechtsvergehen beim Namen nennen" wartet mit einem gesonderten Abschnitt zu Lesben auf, wodurch der Aspekt des Geschlechts oder "gender", der im zeitgenössischen Feminismus so breit rezipiert wird, beleuchtet wird. Es ist sehr erfreulich, dass auch bei amnesty international der Blick für die Geschlechterhierarchien geschärft wird, indem auf die Hierarchien, in denen auch Lesben und Schwule stecken, hingewiesen wird. Leider wird dieser Ansatz, "gender" mit sexueller Orientierung zu koppeln, der hierzulande nicht gerade üblich ist, bei den anderen Gruppen nicht weiterverfolgt. Schwule und gerade Transgender People werden ebenfalls von dem "gender system" erfasst. Bei den anderen Abschnitten in diesem Kapitel fällt die Aktualität der geschilderten Menschenrechtsverletzungen auf, und der starke Bezug auf das neue Medium des Internets, das hier sinnvoll eingesetzt wird, um neue Informationen zu verbreiten.

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Verschiedenartige Informationen zu Asien, Afrika und Lateinamerika, wozu auch das Lateinamerika-Special mit dem Interview und dem Essay beiträgt, werden im letzten Kapitel dargestellt. Die Informationen im Anhang sind differenziert in Lesben und Schwule unterteilt, es gibt sogar zwei Weltkarten, wodurch die vielbeschworene Sichtbarkeit von Lesben endlich realisiert wird. Die zahlreichen und schönen Bebilderungen von lesbischem Leben sorgen ebenfalls für eine stärkere Wahrnehmung von Lesben. Es bleibt zu hoffen, dass weiterhin das Schweigen in dieser gelungenen Form gebrochen wird.

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