Das Todesspiel

Redaktion Von Redaktion

Beim Sex erwischt, den eigenen Vater erschossen, das eigene Lebenbedroht und dazu noch wandelnde Leichen – was peinlich begann, steigertsich kontinuierlich zu einem atemraubenden Thriller, der einen Blick indie Welt des Wahnsinn gewährt.

Die Vorlesung ist vorüber und Lars packt seine Sachen. Absolute Dunkelheit empfängt ihn, als er den Hörsaal verläßt. Angst vor einem Überfall droht ihn zu überwältigen, Lars kämpft sie aber nieder um dann doch hinterhältig überwältigt zu werden. Schnell geht ihm der Verbrecher an die Wäsche und stellt sich so als Lars' eigener Freund Thomas heraus. Nach dem ersten Schock folgt dann gleich der zweite: Sie werden bei ihrem Quickie erwischt und das ausgerechnet vom "Lieblings-"Professor des Überfallenen.

Lars flüchtet peinlich berührt ohne sich weiter um Thomas zu kümmern. Der wird auch sogleich ins Büro von Professor Weinberg zitiert, um dort dann zu erfahren, daß Lars ihn von Anfang an belogen hat. Er verleugnete seine Herkunft, damit nicht herauskommen sollte, daß der berühmte Thriller-Schriftseller Wolfgang Steiner sein Vater ist. Die Erfahrungen, die Lars als Promi-Sohn machen durfte, waren nicht die besten, weshalb er lieber seine Identität verschweigt; alles Umstände, von denen aber der empörte Thomas nichts ahnt.

Ein mysteriöses Buch

Zudem wird Thomas zusätzlich mit einem mysteriösen Buch mit weißer Schrift auf schwarzem Grund konfrontiert. Weinberg trägt ihm auf, dieses zu lesen, und weiht ihn in einen Plan ein. Mittels Alkohol und Drogen gelingt es dann dem zwielichtigen Professor auch Lars' Freund gefügig zu machen und ihn für seine eigenen Machenschaften zu nutzen.

Geraume Zeit später nötigt Thomas dann Lars eine Pistole auf. Aber das ungute Gefühl, das Lars dabei überkam, soll sich als gute Intuition erweisen: noch in der selben Nacht erschießt er mit genau dieser Waffe seinen eigenen Vater, den Schriftsteller.

Die Ereignisse werden immer komplizierter. Lars wird an den Rand des Wahnsinns getrieben: Tote scheinen zu leben, Lebende müssen sterben und vertrauen kann man eigentlich keinem mehr. Gier, Liebe, Wahrheit, Wahnsinn: Welches Motiv treibt wen und gelingt es Lars aus diesen Intrigen auszubrechen?

Diesen packenden Thriller von Alex Seinfriend legt man so schnell nicht mehr aus der Hand. Zeile für Zeile, Seite für Seite werden verschlungen, während man dem Ende fast schon nervenzerreißend langsam entgegen fiebert. Authentisch vermittelt der Autor die Innenwelt Lars', seine Verwirrung und Zerrissenheit und genauso glaubwürdig werden die Abgründe menschlicher Selbstsucht geschildert, die sich langsam bis zur Perversion steigern. Trotz weniger kleiner Schwächen ist der Lesespaß dieser packenden Lektüre ebenso wie Gänsehaut garantiert. Wer sich am Ende des Buches an seinen Freund kuscheln kann, sollte nicht zur Paranoia neigen.

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