Denn ich wache über deinen Schlaf

Redaktion Von Redaktion

"War bestimmt nicht immer treu, aber ich hab Dich nie betrogen." DieseZeilen von Rosenstolz geistern mir am Ende des Buches von StephanNiederwieser durch den Kopf, die auch mit dem Klappentextzusammenhängen: "Stephan Niederwieser erzählt über die Kraft der Liebeund davon, dass Treue nicht mit bloßer Monogamie zu verwechseln ist."

"War bestimmt nicht immer treu, aber ich hab Dich nie betrogen." Diese Zeilen von Rosenstolz geistern mir am Ende des Buches von Stephan Niederwieser durch den Kopf, die auch mit dem Klappentext zusammenhängen: "Stephan Niederwieser erzählt über die Kraft der Liebe und davon, dass Treue nicht mit bloßer Monogamie zu verwechseln ist."

Zweifel zerstören die Beziehung

Neun Jahre Beziehung sind eine lange Zeit und eigentlich sollte man die Eigenarten des anderen über diese Zeit akzeptiert haben. Aber Reiner wird sich seiner Gefühle für Nik immer unsicherer und erst recht zweifelt er an den Gefühlen Niks. Er fühlt sich nicht mehr geliebt, meint Nik würde sich nicht um ihn bemühen. Alle Versuche die Beziehung zu retten scheitern und zwei Mißverständnisse sorgen für zwei Jahre Kontaktabbruch.

Für Nik wird das Ende der Beziehung zum Fiasko. Bier wird sein Betäubungsmittel und am Ende greift er wie einst zurück auf harte Drogen ein einziger Schuss nur, der für ihn fast zum Goldenen wird.
Reiner versucht nüchterner damit umzugehen, aber auch für ihn ist auch noch lange kein Schlußstrich gezogen. Er beginnt mit Itsch, dem jungen Kontakter und quasi Frischling in der Szene, eine Beziehung. Dennoch rutscht er in eine tiefe Depression. Erst als er erkennt, dass Itch ihn wirklich liebt, kann er sich aufraffen und die Depression überwinden.

Nik taucht wieder in Reiners Leben ein

Für Reiner scheint es nun wieder besser zu laufen, Nik ist eigentlich kein Thema mehr. Da platzt Itchs Bekanntschaft Bruno aus dem Fitnesstudio, der mit Nik eine Beziehung begonnen hat, in Reiners Leben und damit auch wieder Nik. Brunos wellenschlagendes Leben scheint sich durch Nik zu glätten, dafür beginnt nun Reiner einmal mehr an seiner Beziehung, dieses Mal an der mit Itch, zu zweifeln. Er beginnt zu realisieren, das sein einstiges Leben mit Nik nicht alleine an dem anderen gescheitert ist. Aber eine innere Nähe kann er auch nicht mehr zu Itch aufbauen, der sich gegenüber Reiner abschottet. Das Feuer ist aus.

Die Katastrophe bahnt sich im Hintergrund an und bricht über alle Beteiligten unerwartet herein. Am Ende ist nichts mehr wie es war. Dem Leser bleiben nur die Trümmer. Am Ende steht Reiner vor einer Entscheidung, die ihm keiner abnehmen kann und die ich hoffentlich nie selbst treffen muss.

Ein sprachgewaltiges Buch

Niederweiser hat ein packendes, emotionales und tiefgründiges Buch geschrieben. Die zwei Hauptcharakteren, Nik und Reiner, werden greifbar, empfindbar und erscheinen höchst real vor dem eigenen Auge. Die Sprachgewalt des Autors macht den Roman zu einem Erlebnis, das einem die eigene Emotionswelt besser reflektieren lässt. Der Schluss ist erschütternd und tiefbewegend insgesamt ein Buch, das sich jederzeit nicht nur als Geschenk lohnt.

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