Der Einzelgänger

Redaktion Von Redaktion
Der Einzelgänger
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Das Leben von Holger Fuß war, ja, ist ANDERS, wie er selbst schreibt.Ein Leben mit Höhen, aber auch ganz vielen Tiefen. Aber Holger Fußkönnte seine Geschichte nicht so auf seine Art erzählen, wäre allesnicht so passiert

Das Leben etwas ANDERS? Nicht nur das Leben Holger Fuß' (Jahrgang 1971) war/ist anders, sondern er ist es selbst nicht nur weil er schwul ist, wie er früh weiß. Als Kind ist er schwer asthmakrank, verliert auch fast seinen rechten Fuß. Seine Mutter ist ständig besorgt um ihn. Weil der leibliche Vater alkoholkrank und gewalttätig wird, lässt sie sich scheiden und zieht mit Holger nach Dortmund er ist gerade 10 Jahre alt.

Schläge bei Nachhilfe

Der neue Freund der Mutter trinkt zwar nicht, dafür wird die Nachhilfe in Mathe von Schlägen begleitet. Holger verbessert sich zwar, aber nicht dauerhaft, denn in der Schule geht er durch die Hölle. Seine Mitschüler an der Hauptschule mobben ihn, weil er eben nicht der schlankeste ist. Zudem wehrt sich Holger nicht, Gewalt ist für ihn keine Lösung. Lieber nimmt er alle Demütigungen still hin und spricht teilweise erst in seinem Buch das erste Mal davon.

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Als sich seine Mutter einen neuen Freund sucht, geht es bei Holger zumindest familiär bergauf. Bis heute verehrt er seinen Stiefvater, der Holger offensichtlich liebt wie seine eigenen Kinder. An der Homosexualität ihres Kindes haben sie zwar zuerst zu knabbern, aber letztendlich schaffen sie es doch, ihren Sohn so zu lieben wie er ist.

Zwischen Beschäftigung und Arbeitslosigkeit

Mit dem Schulabschluss wird Holgers Leben aber nicht leichter, nun beginnt der Ärger mit seinen Arbeitgebern mal beschäftigt, mal arbeitslos und den Männern, bei denen er auch kein glückliches Händchen hat: zwei Linien, die sich kontinuierlich durch sein Leben ziehen.

Holger Fuß hat seine Autobiographie in seinem ganz eigenen Stil geschrieben. Der ist zwar gewöhnungsbedürftig, denn Holger Fuß schreibt als würde er zu einem sprechen, was aber den Autor aber umso liebenswürdiger erscheinen lässt. Dabei ist der 38jährige schonungslos ehrlich, wahrt sich aber zu vielen vergangen Erlebnissen eine gewisse Distanziertheit. Aber je näher man der Gegenwart kommt, desto gefühlvoller, melancholischer und manchmal auch wütender wird der Schreiber.

Ehrenwertes Motiv

Sicherlich ist "Der Einzelgänger" kein Buch für jedermann, aber Fuß' Motivation, jungen Menschen mit der Darstellung seines Lebens, seiner Erfahrungen zu helfen ist höchst ehrenwert und verdient Anerkennung. Zudem: Wer den Lebensmut, die Lebensfreude und seine doch positive Haltung zum Leben und zu den Menschen so wie Fuß noch nicht aufgegeben hat, der verdient Mitgefühl und eine Umwelt, die diesen besonderen Menschen zu schätzen weiß. Wer Fuß kennenlernen will, der kann dies am besten mit diesem Buch.

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