Der Garten der toten Bäume

Christian Brandl Von Christian Brandl

Jossi treibt die Sehnsucht; die unerfüllte Sehnsucht nach Nähe und Geborgenheit, die Suche nach der großen Liebe; und scheint sie greifbar zu sein, tritt ein Partner die Flucht an.

Der unter Pseudonym schreibende Autor schreibt von Jossi, einem schwulen Außenseiter der israelischen Gesellschaft. Jossi treibt die Sehnsucht; die unerfüllte Sehnsucht nach Nähe und Geborgenheit, die Suche nach der großen Liebe; und scheint sie greifbar zu sein, tritt ein Partner die Flucht an. Der Ausbruch und die Flucht des Jossi führen diesen nach Deutschland, wo er Widersprüchliches erlebt, sich selbst sogar bei der Bekanntschaft mit einem Landsmann als Grieche ausgibt.

Das 1995 in Israel veröffentlichte Erstlingswerk gliedert sich in zwei Teile. Im ersten Teil werden die einzelnen Geschichten durch Motive oder Themen verbunden, wodurch eine Art Entwicklungsroman entsteht. Im zweiten Teil stehen die Episoden für sich allein, sie werden hier zu Kurzgeschichten. Schreibt Avni im ersten Teil von der unerfüllten homosexuellen Liebe im heutigen Israel und der Angst vor Schmerzen, so mag man nicht recht glauben, dass jeder Schwule gleich empfindet. Die in einer Geschichte auf eine Kontaktanzeige gesammelten Briefe in einem Ordner mit der Aufschrift "Buch der Lügen" könnten hier eventuell Aufschluss geben. Das Buch Avnis vermittelt jedoch sehr gut die innere Zerrissenheit, den Zwiespalt seiner Figuren und damit die Schwierigkeit des schwulen Selbstverständnisses mit der jüdischen Tradition.

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