Die Nacht und ich

Redaktion Von Redaktion

Schlaflos wälzt man sich von einer Seite auf die andere. Wieder mal kriegt man kein Auge zu. Jede Sekunde dehnt sich zu Stunden. Für ruhelose Nächte bietet "Die Nacht und ich" schwule Kurzgeschichten zum Entdecken.

Schlaflos wälzt man sich von einer Seite auf die andere. Wieder mal kriegt man kein Auge zu. Jede Sekunde dehnt sich zu Stunden, die Augenblicke ziehen sich wie Kaugummi. Je mehr man über die Schlaflosigkeit nachdenkt, desto weniger ist an Schlaf zu denken. Zwei Handgriffe: Licht an, Buch her. Schlimmer kann es ja wirklich nicht mehr werden, also nutzen wir die Zeit doch sinnvoll.

Herausgeber Boris Roman Gibhardt verspricht mit seinem "Kopfkissenbuch" nächtliche Entdeckungen, für die jeder der Autoren sein individuelles schriftstellerisches Können aufgeboten hätte.

Gespannt beginnt man zu lesen und nach den ersten fünf Geschichten merkt man gar nicht, wie die Zeit verstrichen ist, so sehr fesseln die Erzählungen. Das gilt alle Geschichten, die eine große Bandbreite abdecken.

So begleitet man einen schlaflosen Vampir durch seine Erinnerungen an Clubs, Saunas und Werwölfe und das Pärchen Jacob und Malte auf seiner Reise zum Nordkap, auf der sich die beiden erst kennengelernt haben. Man beobachtet den gehörlosen Marc bei seinen Chats mit Sebastian, der von der Taubheit seiner Bekanntschaft nichts ahnt.

Gespannt lauscht man dem Märchen, das Prinz Charming aka der Märchenprinz seinem grünen Liebhaber erzählt, und fühlt mit Prinz Prozac, der seinem Ritter im rostigen Mustang begegnet. Zusammen mit dem 59-jährigen Uni-Professor Hellmut wandert man schlaflos durch die Nacht, in der er sich Gedanken über sein Verhältnis zu dem 24-jährigen Punker Leon macht.

Die Szenen wandern vor dem inneren Auge vorbei und als man die letzte Seite erreicht, ist man enttäuscht, dass es schon vorbei ist denn die Nacht ist immer noch nicht rum. Das "Kopfkissenbuch" hat das Versprechen gehalten.

Wer seinem Partner eine Geschichte mit in den Schlaf geben will, bevor er sich sanft an ihn schmiegt, wird hier fündig. Und auch wenn man alleine gelesen hat, so kann man vielleicht doch mit einem beruhigterem Gefühl nun schlafen.

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Weitere Quellen: Bruno Gmünder