Die Tage der Bluegrass Liebe

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Die Tage der Bluegrass Liebe
iStockPhoto / Carlsen

Die erste Liebe ist schön, sich selbst zu entdecken meist schwierig und dennoch in Kombination mit dem Liebsten ein Abenteuer. Ein solches emotionales und mitreißendes Abenteuer sind "Die Tage der Bluegrass Liebe" von Edward van de Vendel.

Mit dem Abi in der Tasche soll für Tycho das Leben in Selbständigkeit beginnen - und er will endlich einen Blick über den Tellerrand, besser gesagt: Deichrand, werfen. Da die Herausforderung auch nicht fehlen darf, meldet er sich freiwillig als Jugendbetreuer im Feriencamp Little World, das gleichzeitig eine weltumspannende Organisation darstellt. Kinder aus allen Herren Ländern kommen zusammen, um sich vier Wochen lang kennenzulernen und Freundschaften zu knüpfen.

Schon am Flughafen begegnet er einem anderen Mitglied des Teams dem gleichaltrigen Norweger Oliver. Wie Tycho hat es den 18jährigen begeisterten Fußballer nach dem Ende seiner Schulzeit aus den beengten Verhältnissen in die Welt getrieben. Schnell freunden sich die beiden an, erhalten auch einen kleinen Raum zusammen, in dem sie übernachten und betreuen zusammen eine der Gruppen.

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Mehr als nur Freundschaft

Doch Tycho stellt bald fest, dass da mehr ist als nur Freundschaft ein Gefühl, das ihm so vorher noch nie bekannt war. Dennoch merkt er schnell, was das sein muss. Aber empfindet Oliver genauso? Für Donna, eine weitere junge Betreuerin wie Tycho und Oliver, ist die Sache klar: Das beruht auf Gegenseitigkeit.

Letztendlich soll sie recht behalten, Tycho und Oliver kommen noch in der ersten und für sie auch letzten Hälfte des Camps zusammen; die (unfreiwillige) Heimreise folgt quasi auf den Fuß. Doch soll Tycho wirklich nur heim oder weiter zu Oliver nach Norwegen, um dort mit seinem Geliebten noch zwei Wochen zu verbringen? Wie wäre es dort? Und holt die Realität die beiden Verliebten nicht am Ende wieder schneller ein, als ihnen lieb ist?

Emotional, spannend, plastisch

"Die Tage der Bluegrass Liebe" ist eine gefühlvolle Geschichte über das erste langsame, dann schließlich ausbrechende Liebesgefühl mit all seinen Problemen. Auch Coming Out, der Umgang einer Gemeinschaft mit Homosexualität sowie das Thema "Homosexualität und Fußball" kommen nicht zu kurz. Edward van de Vendel schreibt emotional, spannend, plastisch. Die Handlung ist konsistent und stringent in allen Punkten, stets bleibt sie nachvollziehbar. Die Zwiespältigkeiten, die Dissonanz in der Beziehung wird dann deutlich, als die Realität (unbarmherzig) einschlägt. Der rosa Vorhang der Liebe lüftet sich und dahinter befinden sich die Härten des Lebens, die oft auch auf Intoleranz zurückzuführen sind.

Dennoch: die Bluegrass Liebe bleibt und was folgt, sind "Die langen Nächte der Stille"...

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