Eine Welt dazwischen

Redaktion Von Redaktion

Ein totaler Neubeginn in einer fremden Welt mit einem unbekanntenSprache: Adrian und seine Familie gehören zu den unzähligeneuropäischen Migranten, die ihr Glück in den Vereinigten Staaten vonAmerika versuchen wollen. Doch Adrian ist skeptisch und kommt nur derFamilie zuliebe mit – um dort etwas neues in sich zu entdecken: dieLiebe zu dem Amerikaner Jack.

Im Jahre 1910 will die flämische Familie de Belder wie so viele Millionen Europäer zu Beginn des 20. Jahrhunderts einen Neustart in dem Land der unbegrenzten Möglichkeiten versuchen. Amerika dieser Name hat vor allem für den Vater und Alexander einen magischen Klang. Adrian quälen wie auch seine Mutter die Bedenken, die ihm sein Zwilling Alexander zu nehmen versucht. Und so bricht die Familie aus ihrem Dorf auf, um über Antwerpen nach New York zu reisen. Der Rückweg ist versperrt ihren Bauernhof haben sie für die Fahrkarten nach Übersee verkauft.

Alleine in der Neuen Welt

Doch die Familie wird Stück für Stück zerrissen bis Adrian, der ja eigentlich Europa gar nicht verlassen wollte, alleine dasteht; und das ohne Geld und Wohnung, verloren in einer anderen anonymen Umgebung ohne Sprachkenntnis. Für Adrian beginnt eine Zeit, in der er sprichwörtlich durch die Hölle geht: Als Tellerwäscher hält er sich gerade so über Wasser denn zum Millionär wird er damit nicht. Das geht einige Zeit gut, bis er seinen Job verliert, in seinem Zimmer ein Toter liegt und er (wieder) kein Geld hat.

Verzweifelt nimmt Adrian das Angebot vom Hotelportier Jack an und zieht zu diesem. Auf einmal hat er einen Bekanntenkreis, Jack vermittelt ihm eine neue Stelle und beteiligt ihn an seinen Zuverdiensten. Als Jack dabei dann verhaftet wird, muß Adrian feststellen: Er hat sich in den attraktiven jungen Mann verliebt aber geht und darf er das überhaupt? Für Adrian beginnt eine Zeit der Selbstfindung, die durch seinen Bruder Alexander noch verschlimmert wird. Denn das Verhältnis der beiden Zwillinge war immer ein besonderes, aber wird und kann das so bleiben?

Fesselnd, packend, emotional und ergreifend

Vom Verlauf des Romans "Eine Welt dazwischen" von Aline Sax soll nicht mehr verraten werden. Die junge Historikerin Sax (Jahrgang 1984) hat ein einfühlsames, gut recherchiertes Buch geschrieben. Die Eindrücke der Welt der Einwanderer in New York sind greifbar beschrieben, das Verhältnis zu den Amerikanern und die Einlebungsphase Adrians spannungsgeladen erzählt. Eindrucksvoll wird das Leben von Homosexuellen im New York des frühen 20. Jahrhunderts geschildert. Aline Sax' Erzählstil ist fesselnd, packend und die Geschichte emotional und ergreifend. Der verunsicherte Adrian ist ein so liebenswerter Charakter, mit dem man jedes Erlebnis, jeden Tiefschlaf, aber auch jeden Höhepunkt mitfühlen kann. Ebenso die anderen Charaktere hat Sax gut getroffen und jeder einzelne bereichert die Geschichte mit seinen Eigenschaften ganz speziell. "Eine Welt dazwischen" wurde in Holland für das beste historische Jugendbuch nominiert und erhielt in Deutschland und Österreich mehrere Auszeichnungen ganz zu recht!

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