Eric – Aus dem Leben eines Miststücks

Redaktion Von Redaktion

Wie weit und mit welchem Hintergrund kann ein Mensch sich selbst ausRache verleugnen? Kann Rache überhaupt gelingen? Kann ein Mensch mitallem, was er anpackt, egal wie mies sein Charakter seien mag, Erfolgund Glück haben? Und bleibt Unrecht ungesühnt? Andy Claus ging inseinem Buch diesen Fragen auf den Grund.

Eric steht vor einem Trümmerhaufen, der einmal sein Leben war: er ist arbeitslos, solo, lebt in einer Bruchbude und fast sein gesamter Freundeskreis ist ihm weggebrochen. Doch dann leitet er es geschickt in die Wege, dass er Clemens Morgenstern, dem Kölner Medienzar, begegnet.

Mit kalter Berechnung gelingt es ihm, Clemens um den Finger zu wickeln. Denn Morgenstern ist heimlich schwul, aber um der Öffentlichkeit Willen wegen zelebriert er eine intakte Familie, die längst am Ende ist: die Ehefrau Alkoholikerin, die Tochter eine graue Maus, die sich nach der Anerkennung des Vaters sehnt, und der Sohn ein spielsüchtiger Tunichtgut, der nur Frauen im Kopf hat.

Liebesdienste gegen Wohnung, Auto, Arbeit

Clemens verfällt Eric immer mehr und so erhält Eric über die Zeit eine neue Wohnung, ein neues Auto und sogar einen neuen Job. Und die Liebesdienste, die er Clemens erweist, werden gesondert berechnet. Sozusagen führt er langsam immer mehr ein Leben in Saus und Braus, während er sich anschickt raffiniert die Familie zu zerstören: die Frau reicht die Scheidung ein, die Tochter zieht aus und der Sohn will seinen Erbteil.

Im Zeitlupentempo bewegen sich Erics Rachepläne voran: er will den Mann, der ihn liebt, vernichten. Aber wozu und wieso macht es Eric nicht glücklich? Die Ermahnungen seiner beiden besten Freunde können ihn nicht abhalten und auch den Ausweg, der sich in Form eines neuen Mannes auftut, verschmäht er. Muss er am Ende scheitern, weil Rache nie gelingen und befriedigen kann? Oder ist es ihm möglich, das Ruder doch noch herumzureißen?

Seelische Abgründe lauern dem Leser auf

"Eric Aus dem Leben eines Miststücks" ist ein gelungenes Werk spannender Erzählkunst. Dramatik, Spannung und mitreißende Emotionen bilden das Gerüst, über das Andy Claus seine Geschichte spannt und ihr so Leben einhaucht. Er stösst in seelische Abgründe vor, denen es nicht an Eiseskälte mangelt. Lebensnah und mit vielen Facetten ausgestattet erscheinen seine Figuren, denen es nicht an Tiefe mangelt: Sie haben ihre ganz persönlichen Stärken und Schwächen und ihrer Interaktion miteinander mangelt es nicht an Authentizität. Und während der Inhalt vor dem inneren Auge abgespult wird, entsteht doch für alle Beteiligten auch für den oder die scheinbar schlimmsten Übeltäter eine Art Zuneigung und Mitgefühl aufgrund der Zwänge, Umstände und Widrigkeiten, in denen sie sich befinden.

All denen, die sich für einen Kauf entscheiden, sei gesagt: man bereut es sicherlich nicht!

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