"fluter" über Geschlechter

Fabian Schäfer Von Fabian Schäfer
"fluter" über Geschlechter
fluter/bpb

Geschlechterrollen, Feminismus, die Geschichte eines Transmanns, geschlechtergerechte Sprache: Damit setzt sich die Winter-Ausgabe des Jugendmagazins der Bundeszentrale für politische Bildung auseinander.

"Geschlechter": Was für ein weitreichender, unendlicher Begriff, den sich die "fluter"-Redaktion als Titelthema für ihre Winterausgabe ausgesucht hat. Umso unmöglicher ist es, das Thema auf 50 Seiten allumfassend abzuarbeiten.

Dennoch ist es dem Magazin der Bundeszentrale für politische Bildung (bpb) gelungen, sich auf ausgewogene und ansprechende Art und Weise mit den Schlagworten Feminismus, Geschlechterrollen, Transgender oder geschlechtsneutrale Sprache zu widmen, um nur einige zu nennen.

Die wichtigsten Feministinnen einfach erklärt

Dabei vergisst Chefredakteur Thorsten Schilling es nicht, am Ende des Editorials klar festzustellen, "dass es Spaß macht, gelassen miteinander die Unterschiede auszuhalten oder auszuleben. Freiheit ist immer auch die Freiheit der Anderen, auch der anderen Geschlechter." Eine eindeutige Forderung.

Los geht's im Heft mit einem Interview mit Sabine Hark, einer Genderforscherin. Auf der einen Seite ist das als Einleitung ins Thema sinnvoll, andererseits könnte der anspruchsvolle Inhalt diejenigen verschrecken, die weniger drin sind in Gender-Debatten oder Queer Theory.

Besonders gelungen sind die Würdigungen von vier einflussreichen Feministinnen: Simone de Beauvoir, Judith Butler, Alice Schwarzer sowie Laurice Penny. Ihre Theorien und Gedanken werden anschaulich und in verständlichen Worten erklärt. Verständlicher sogar, als es die ein oder andere selbst hätte tun können.

flickr.com/https://www.bpb.de/shop/zeitschriften/fluter/217685/geschlechter
Rosa für Mädchen, blau für Jungs: Der "fluter" setzt sich auch mit Geschlechterrollen auseinander.

Rosa für Mädchen, blau für Jungs: Der "fluter" setzt sich auch mit Geschlechterrollen auseinander.

Mit Geschichten über Island (Frauenstreik 1975), Argentinien (Trans*-Quote), Saudi-Arabien (Einschränkung von Frauen) sowie Syrien (Frauen als Soldatinnen) wagt der "fluter" einen Blick über den deutschen Tellerrand.

Für Jugendliche, die bisher wenig damit zu tun hatten

Darüber hinaus wird der Transmann Jonas porträtiert und auch die aktuelle Debatte um Flüchtlinge, die den Islam als frauenfeindliche Religion nach Deutschland bringen würden, aufgegriffen. Dem wird ein Blick auf die Rolle der Frau in der Bibel gegenübergestellt. Das zeigt, wie auch die christlichen Kirchen zwischen Gleichstellungsbeauftragter und "GenderGaga"-Autorin Birgit Kelle schwanken.

Homosexualität kommt nur am Rande, Intersexualität überhaupt nicht vor. Dafür finden sich Erklärungen für Begriffe wie "Heteronormativität" oder "Cis", die beim Otto-Normal-Jugendlichen womöglich noch nicht präsent waren.

"fluter": Kostenlos bestellen oder herunterladen

Denn genau darum geht es der "fluter"-Redaktion wohl: Jugendliche über die Themen aufzuklären, die bisher wenig Berührungspunkte damit hatten. Das ist ihnen mit der aktuellen Ausgabe einmal mehr gelungen. Doch auch für "Gender-Experten" bietet das Heft viel Neues. Für beide Seiten ein absoluter Lesetipp.

Der "fluter" erscheint viermal im Jahr. Hier lässt sich die aktuelle Ausgabe kostenlos bestellen oder als pdf herunterladen. Wer das Magazin kostenfrei abonnieren möchte, findet hier mehr Infos.

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