Gaydichte

Redaktion Von Redaktion
Gaydichte
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Der kleine Gedichtband ist Jörg Reises Erstlingswerk. Die Gedichte aus der Zeit seines Coming-outs spiegeln das verworrene und zerrissene Ich wider, beschränken sich aber nicht darauf. Alle Facetten des schwulen Lebens finden sich darin wieder, was auch zum Schmunzeln beitragen kann.

"Öffne dich!" lautet die letzte Zeile des ersten Gedichts "Gedankenexplosion" in Jörg Reises Erstlingswerk "Gaydichte Emotionen eines Coming-outs". Dieser Aufforderung kommt der Autor nach, mit jedem der 51 Gedichte gibt Reise ein Stück seines inneren Ichs Preis.

Ausdrucksstark und glaubwürdig

Der Leser betritt ab der ersten Seite ein Terrain, auf dem er quasi alle menschlichen Emotionen wiederfindet: (Selbst-)Zweifel, Angst, Trauer, Selbstmitleid, Depression, Freude, Zuversicht, Liebe und viele mehr. Die Länge der Gedichte sagt dabei nichts über die Ausdrucksstärke aus. Gerade manche der kurzen Gedichte wiegen in ihrer komprimierten Form schwerer.

Auch die Szene, Partnersuche, Trennung sowie Vergangenheit und Zukunft finden sich wieder. Gerade wenn es sich um das schwule Nachtleben (und dessen Ausgang) dreht, schafft es der 34-jährige Autor dem Leser ein recht breites Schmunzeln zu entlocken.

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Trost spendend

Die Stärke des Werks liegt eindeutig darin, dass der Wahl-Augsburger Reise glaubwürdig sich selbst präsentiert und zwar so, dass sich auch der Leser selbst darin wiederfinden kann. Die Gedichte laden oft zum Verweilen und Nachsinnen ein. Gerade in schwierigen Zeiten in solchen des Coming-outs kann dieses Bändchen Trost spenden.

Im übrigen beschränken sich die Gedichte nicht alleine auf das Coming-out; wobei: Hört denn das Coming-out überhaupt irgendwann auf?

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