In einem Leben wie diesem

Redaktion Von Redaktion

Seit fast zwei Jahren lebt Adrian im "Land der unbegrenztenMöglichkeiten". Sein Glück scheint perfekt: er hat einen Job in der BarThe Little Cat, einen festen Freundeskreis und lebt mit seiner LiebeJack zusammen. Als sie die Möglichkeit erhalten The Little Cat zuübernehmen greifen Adrians Freunde zu und die Katastrophe bahnt sichan...

Im Jahre 1912 gute zwei Jahre nach seiner Einwanderung in die Vereinigten Staaten lebt Adrian mit seiner großen Liebe Jack glücklich in New York zusammen. Auch wenn der Anfang hart war, die Erkenntnis über die eigene Homosexualität ihn erschütterte und diese ihn und seinen Bruder Alexander zu zwei geschiedenen Personen machte, letztendlich wendete sich doch alles andere zum Guten. Eine feste Clique, ein fester Job, der ihm Spaß macht und das Zusammenleben mit seinem Freund lassen Adrian unbeschwert leben.

The Little Cat wird The Fancy Cat

Nun verspricht das "Land der unbegrenzten Möglichkeiten" auch ihm und seinen Freunden das große Geld: Zusammen übernehmen Adrian, Jack, Casey, Frenchy und Robert die Bar The Little Cat, in der sie bisher angestellt waren. Das Geld eines verstorbenen Onkels Roberts macht es möglich. Und sie haben große Pläne: Die neue Bar The Fancy Cat soll für alle offen und versteckt schwul lebenden Männer ein Treffpunkt werden, in dem sie unentdeckt (vor allem von der Polizei) sie selbst sein können ein Traum in der homophoben Welt des frühen 20. Jahrhunderts.

Aber auch damals galt: Ohne Moos nichts los! Als Harwood, ein wohlhabender Bekannter der Clique von den Plänen erfährt, verspricht er großzügige Unterstützung. Da sich Harwood etwas Zeit lässt, ergreift Casey die Initiative und leiht für The Fancy Cat Geld über recht dunkle Kanäle. Die Renovierung schreitet voran und das Geld Harwoods scheint sicher, um den Kredit pünktlich nach der Eröffnungsfeier von The Fancy Cat zurückzahlen zu können. Das Fest wird ein voller Erfolg, doch schon hat sich ein Schatten über die Clique gelegt: Weil er auf einer öffentlichen Toilette beim Sex mit einem Jungen erwischt wurde, wird Harwood verhaftet womit das Geld weg ist.

1.200 Dollar bis Neujahr

Dass die dunklen Kräfte aber auf ihr Geld nicht verzichten wollen, machen sie schnell deutlich. Casey fällt ihnen als eine Warnung an die anderen zum Opfer. Adrian und seine Freunde haben nun bis Neujahr Zeit die unglaubliche Summe von 1.200 Dollar aufzutreiben, wenn sie nicht selbst dran glauben wollen. Ein Wettlauf gegen die Zeit beginnt...

Wer "Eine Welt dazwischen" gelesen hat (sollte auf jeden Fall man, bevor man mit "In einem Leben wie diesem" anfängt!) wird sich freuen, eine Fortsetzung der Liebesgeschichte des ausgewanderten Belgiers Adrian und des Amerikaners Jack lesen zu können. Wieder aus der der Sicht Adrians erzählt Aline Sax aus dem harten Leben der Einwanderer und dem nicht wirklich weniger leichten der Amerikaner, aus dem Dasein der Homosexuellen im New York der beginnenden Moderne.

Inhaltliche und stilistische Kontinuität

Einmal mehr eröffnet sie den Roman mit einem Schreiben an Adrians fernen Bruder Alexander und greift so die Fäden des vorangegangenen Romans inhaltlich wie stilistisch auf. Alte Bekannte tauchen wieder auf, erhalten neue Facetten, manche werden weitaus tiefer gezeichnet. Auch neue Charaktere treten hinzu, um das Bild zu bereichern. Leicht gleiten einem die Seiten durch die Finger. Die Dialoge sind gefüllt mit Spitzen, zeitgenössische Literaturfragmente bereichern das Buch qualitativ. Interessante Wendungen und Entwicklungen halten die Spannung aufrecht.

Fazit: Für denjenigen, der nach der Lektüre von "Eine Welt dazwischen" nach der Auflösung und einem Ausbau der Geschichte gierte, gibt es keinen Weg um "In einem Leben wie diesem". Mitfiebern, Mitzittern, Mitfühlen garantiert ein Buch, dessen Ende unter die Haut geht!

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