In meiner Seele ist schon Herbst

Redaktion Von Redaktion

In seinem Buch "In meiner Seele ist schon Herbst ( Eine Gymnasiastenliebe )" schildert Detlef Meyer die Liebe Detlev Dorns zu seinem Mitschüler Erik. In Form von Briefen und Gedichten drückt Detlev seine Gefühle für Erik aus.

Detlev Meyer, geboren 1950, studierte Bibliotheks- und Informations-wissenschaften in Berlin und Cleveland, war Bibliothekar in Toronto, Entwicklungshelfer in Jamaika und lebte später als Autor und freier Journalist in Berlin, wo er 1999 starb. Er erhielt einige Literaturstipendien.

In seinem Buch "In meiner Seele ist schon Herbst ( Eine Gymnasiastenliebe )", erschienen 2002 als Taschenbuch im Aufbau Taschenbuch Verlag, schildert er die Liebe Detlev Dorns zu seinem Mitschüler Erik.
In Form von Briefen und Gedichten drückt Detlev seine Gefühle für Erik aus. Bald jedoch kommt er zu der Erkenntnis. "Du bist normal und damit bist du für mich verloren", denn Erik hat eine Freundin und fühlt sich von Detlevs Zuneigung bedrängt. Dieser redet sich ein, seine Gefühle für Erik haben sich gewandelt, aber er kann nicht aufhören ihn zu lieben. Doch er liebt nicht nur Erik sondern vielmehr noch sich selbst. Der narzisstische 17-jährige ist schon mal so von seinem Spiegelbild überwältigt, dass er am liebsten "in den Spiegel springen und sich abküssen" würde. Selbst beschreibt er sich als "Mensch mit tausend Gesichtern", der "stets die passende Maske" hat. So versteckt er sich auch vor seinen wahren Gefühlen für Männer: Er schläft mit einem Mädchen, streitet ab schwul zu sein und erklärt seine Sehsucht nach Jünglingen mit dem hellenistischen Idealen, nach dessen Vorbild er leben will. Erst als er den jungen Kevin, den er seit Jahren begehrt, kennen lernt, erkennt er dass "seine Lust zu den Mädchen gestorben ist" und langsam gesteht er sich ein homosexuell zu sein.

Das Buch ist in Briefen, welche jeweils von Detlev an Erik geschrieben sind aufgebaut. Zwischendurch tauchen viele Gedichte im Text auf. Die Antworten Eriks auf Detlevs Briefe sind nur aus Detlevs Niederschrift abzulesen. Die Sprache ist sehr poetisch, treffend und anspruchsvoll. Die radikalen Ansichten Detlevs ( "Alten Frauen sollte es verboten werden kurze Kleider zu tragen. Fleischereien legen ja schließlich auch nicht das welke Fleisch ins Fenster, sondern nur das junge frische." ) bringen einen zum schmunzeln.

dbna.newsletter
Bleibe immer up-to-date.
Abonniere unseren wöchentlichen Newsletter!
Weitere Quellen: Amazon