Schwule Schurken

Redaktion Von Redaktion

Schwule sind ja sooo nett - das glauben jedenfalls die vielen Mädels, die ihre Hetero- Männer einfach nicht auf Trab kriegen. Eric Walz beweist mit seinem Buch allerdings, dass es auch "Schwule Schurken" gibt.

Schwule sind ja sooo nett - das glauben jedenfalls die vielen Mädels, die ihre Hetero- Männer einfach nicht auf Trab kriegen. Dass das mit dem Nettsein so eine Sache ist, fällt einem in der schwulen Szene doch recht schnell auf. Da wird gelästert, gemobbt und der Mann des Nächsten ist auch nicht immer so unantastbar, wie es uns das sechste, siebte oder war es das achte Gebot, lehrt. So erscheint es schon interessant, dass lediglich homosexuelle Künstler, Wissenschaftler und Kultstars wie Michelangelo, Winckelmann, Proust und James Dean, von denen man heute weiß, dass sie schwul waren, berühmt wurden. Der Schriftsteller Eric Walz schreibt in seinem Buch: "Ihre Büsten stehen in Museen, ihre Poster hängen an Jugendzimmerwänden, ihr Leben ist durchleuchtet, ihr Ruf verklärt." Heute gelten u.a. der SPD Spitzenpolitiker und regierende Bürgermeister von Berlin, Klaus Wowereit oder der Fernsehmoderator Alfred Biolek als ähnliche durchweg positive Lichgestalten gleichgeschlechtlicher Neigung.

"'Schwule Schurken' haben denunziert, Andersdenkende vor Gericht gestellt und andere Schwule verfolgt. Sie haben gemordet, gestohlen, ihr Volk tyrannisiert, ihr Land verraten und Kriege angezettelt. Sie haben versucht, Regierungen zu stürzen oder sie sich gefügig zu machen. Sie waren nicht besser als ihre nichtschwulen Kumpane, aber im Gegensatz zu ihnen wurde ihre erotische Neigung totgeschwiegen." schreibt der junge Autor in seinem Vorwort. Alexander der Große, Heliogabal, Papst Sixtus IV., Friedrich der Große, Maximiliam Robespierre, Alfred Redl, Ernst Röhm, Edgar J. Hoover, Yukio Mishima, Michael Kühnen und Jeffrey Dahmer sind die 'Schwulen Schurken'. Sie sind dunkle Gestalten der Geschichte, rücksichtslose Menschen, Egomanen, die kein Interesse neben ihren eigenen gelten ließen, ausgeflippte Kaiser und besessene Kriegsgestalten auf der einen, Spione, Nazis und brutale Massenmörde auf der anderen Seite. Jeffrey Dahmer (1960- 1994), jüngst zurückliegendste Inkanation von Walz Schurken, tötete siebzehn Jungen, zerstückelte sie und bewahrte Andenken seiner Opfer als eine Art heiliger Objekte in einem Schrein auf.

Der Autor Walz: "Jeffrey Dahmer ist nicht der größte Schurke in diesem Buch, aber seine Taten sind sicher die scheußlichsten." In seinem Vorwort schreibt er über die von ihm gewählten Personen und Beispiele: "Es liegt nahe anzunehmen, dass nicht zuletzt ihre erotische Außenseiterstellung und die fehlende Einbindung in das 'normale' Leben ihrer Zeit ihre Haltlosigkeit und Rücksichtslosigkeit hervorgebracht haben. Viele unserer Schurken waren exzessiv in der Wahl ihrer Mittel und ihrer Zielsetzungen. Nichts ging ihnen schnell genug, nichts war ihnen rabiat genug, kein erreichts Ziel stellte sie zufrieden." Walz erklärt daraufhin die weltgeschichtlich unterschiedlichen Rollenbilder seiner Hauptcharaktere: "Dieses Buch erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit; die Liste 'schwuler Schurken' umfasst weitaus mehr als nur elf Namen (über schwule Massenmörder allein könnte man ein ganzes Buch schreiben). Ich habe drei Kriterien bei der Auswahl zugrunde gelegt: 'Schurken' verschiedener Art: also nur einen Massenmörder, einen Spion, einen unheiligen Papst und so weiter; 'Schurken' verschiedener Zeitalter; 'Schurken' verschiedener Nationalität oder Herkunft." Das andersartige Rechtsbewusstsein und die andere Moral der verschiedenen Epochen sind ein weiterer Punkt, auf dem der Autor in seinem einleitenden Vorwort sucht die Aufmerksamkeit der Leser zu lenken. Er setzt zudem einzelnen Schurken positivere Gestalten gegenüber.

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