Sören Falk und die Fährte des Hurensohns

Redaktion Von Redaktion

Ein schwuler Kommissar aus Hamburg kommt nach München, ermittelt in seinem ersten Fall und stürzt sich in eine Affäre. Schafft er es, den brutalen Mörder, der sich selbst "Hurensohn" nennt, zu stellen und den Jüngling Gianni bei sich zu halten?

Kaum in München, seiner neue Wohn- und Arbeitsstätte angekommen, stürzt sich der Hamburger Kommissar Sören Falk ins Arbeits- und Liebesleben. Den attraktiven Gianni jung, schlank, lockige, fast schulterlange schwarze Haare den er gerade erst nach seiner Ankunft in einem Schnellrestaurant getroffen hatte, rettet er todesmutig aus den Händen dreier Räuber, die diesen in die Mangel genommen haben. Ganz alleine stellt er sie, um dann seinen Traumtyp mit in die neue Wohnung zu nehmen und dort eine heiße Liebesnacht mit ihm zu verbringen.

Genauso unglaubwürdig wie dieser erste Auftritt der Hauptfigur ist auch der Rest des Buches: Ein Mörder verbreitet in München Angst und Schrecken; ein selbstverliebter und alkoholkranker Journalist will sich an der Polizei rächen und gerät dabei selbst in die Fänge des "Hurensohns", wie sich der Mörder selbst nennt. Sörens Kollegin Anna verliebt sich in den Wahl-Münchner, der vor dem Mobbing seiner Hamburger Kollegen flüchtet, und hat schließlich sogar einen Dreier mit ihm und Gianni, der sich als bi outet. Und natürlich wird das finale Outing Sörens von den übrigen Kollegen durchweg positiv aufgenommen.

Und wer ist der Täter? Ein pensionierter Lehrer kommt nach dem zweiten Mord darauf: Es ist einer seiner ehemaligen Schüler, der schon seit Jahren für tot gehalten wird. Dieser Junge wurde von seiner Clique als "Hurensohn" gehänselt, weil seine Mutter als Prostituierte arbeitete. Als sie sich schließlich umbrachte, haute er ab und soll dann bei einem Autounfall bei Saarbrücken umgekommen sein. Wie sich im Buch schließlich herausstellt, hatte der "Hurensohn" seinen Tod nur fingiert und war unter falschem Namen Fremdenlegionär geworden. Nun kommt er Jahre später zurück, um sich an seinen alten Klassenkameraden zu rächen.

Sören Falk folgt dieser heißen Spur zuerst alleine und gelangt in kurzer Zeit durch Unterstützung von Anna und zweier Zivil-Kollegen zum Ziel und stellt den Täter, wobei er fast umkommt. Zwischendurch malt er sich aber noch seine Zukunft mit Gianni aus, den er gerade mal eine halbe Woche kennt.

Der Krimi von Lennart Larson ist leider absolut realitätsfern. Die Handlung entbehrt jeder wirklichkeitsnahen Grundlage, obwohl die Rahmenhandlung an sich eine spannende Erzählung bieten könnte. Die Charaktere wirken entweder wie Superhelden, die jede Situation bewältigen und nach fünf harten Schlägen immer noch stehen, oder blass und oberflächlich.

Zudem enthält der Krimi auch einen Fehler: Nach dem zweiten Mord kündigt der Täter noch zwei weitere an. Am Ende wird aber nur noch ein weiterer Mord geschehen. Der fehlende wird später in Rückblende als erster in die Reihe eingefügt. Anscheinend hat Larson den Überblick über seinen eigenen Roman verloren, während er schrieb und sein Konzept änderte.

Mehrmals ist man versucht, das Buch einfach weg zu legen, weil der Autor hanebüchenen Unsinn zu Papier brachte. Der Titel der Reihe, in welcher der Krimi erschien, lautet zwar "Sex & Crime", aber "sex sells" alleine dann doch nicht.

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