The First Cut

Redaktion Von Redaktion

Schon lange ist Jonar auf der Suche nach dem perfekten Partner undmeint ihn endlich gefunden zu haben. Doch es kommt anders, als er essich erhofft hatte. Tief verletzt stürzt er sich in Alkohol undOne-Night-Stands. Seine eigentlichen Freunde vernachlässigt undvergrault er, bis er sich an einem Abend fast zu Tode säuft.

Jonar ist 21 und kann sich an einer Hand abzählen, wieviele Typen er bisher in seinem Leben abbekommen hat. Um seine Beziehungen zu zählen, ist noch nicht mal eine Hand nötig. Daß ihn also die Torschlußpanik überfällt, ist für ihn somit logisch. Und sein eigenartiger Name, den seine Mutter aus ihrem Lieblingsfantasyroman pickte, ist auch nicht gerade selbstbewußtseinsfördernd. Da er aber an sich nicht schlecht aussieht, schickt ihn seine beste Freundin Linde, nach dem sie ihn aufgebretzelt hat, auf Tour: er soll endlich im Mykonos einen Typen aufreißen.

Nach Filmriß: Wo steckt der Traummann???

Überraschenderweise gelingt ihm das dann auch und er lernt endlich seinen Traummann kennen: Tobias ist intelligent, schlagfertig sowie witzig und dazu noch gutaussehend. Jonar hat nur zwei Probleme: erstens hat er am nächsten Tag einen Filmriß und weiß nicht mehr, was nach dem Kennenlernen alles passierte; zweitens fehlen ihm jedwede Kontaktdaten. Bis er durch Zufall Tobias' Nummer endlich findet, läuft Jonar auf Zahnfleiß.

Durch sein egozentrisches Wesen gerät so auch die Freundschaft zu Linde ins Wanken. Das interessiert ihn aber nicht, solange es mit Tobias super läuft. Dieser Zustand soll aber nicht lange währen und Jonar zieht den kürzeren. Linde, die schwanger ist, steht ihm zwar bei, aber dennoch stürzt er sich zu Tode betrübt in den Alkohol. Den erhält er Tag für Tag reichlichst von Stefan, der in dem Szenelokal "Prosecco-ProMotion Bar" bedient. So im Selbstbewußtsein gestärkt fällt es Jonar dann auch leichter Typen im Mykonos aufzureißen.

Alkohol bis zum Umfallen

Diese Exzesse bleiben aber nicht ohne Folgen. Jonars berufliches und privates Umfeld beginnen zu wanken und der Komplettabsturz ist bald erreicht: Alkoholvergiftung und Krankenhaus. Dort trifft er den Krankenpfleger David. Ist er der Ausweg aus der Krise oder kann man noch tiefer stürzen?

Aus der Ich-Perspektive hat Christian Weichselbraun einen nicht unkritischen Blick auf das Szeneleben geworfen, wobei es dem Leser selbst überlassen ist, eine eigene Position zu diesem zu entwickeln. Jonars Motive und Handlungen sind glaubwürdig, wobei aber einige Nebencharakteren nur schwer oder auch gar nicht aus gewissen Klischees herausfinden. Die charakterliche Weiterentwicklung Jonars mitzuverfolgen macht Spaß und ist spannend aufgebaut, wobei im Nachhinein betrachtet manches leider vorhersehbar ist, ohne aber dem Ende einen gewissen Überraschungseffekt zu nehmen. Die Kapitelüberschriften, die aus Liedtexten entnommen sind, passen perfekt zum Inhalt des jeweiligen Abschnitts und lockern das Buch auch auf, da sie des öfteren zum Schmunzeln anregen. Insgesamt ein schönes Buch, über dessen Gesamtzusammenhänge, Hintergründe und Entwicklungen ruhig nach dem Lesen intensiver nachgedacht werden darf.

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