Berliner Behörden raten zu Impfung gegen Meningokokken

Fabian Schäfer Von Fabian Schäfer
Berliner Behörden raten zu Impfung gegen Meningokokken
alexraths / 123RF Stock Foto

Neben der HPV-Impfung ist im Moment auch eine andere Schutzimpfung für Schwule im Gespräch, nämlich gegen Meningokokken. Das sind Bakterien, die eine Hirnhautentzündung (Meningitis) auslösen können. Nach Fällen in Kanada und den USA gab es jetzt auch drei Todesfälle in Berlin.

Die Berliner Senatsverwaltung für Gesundheit und Soziales hat eine Impfempfehlung für alle in Berlin lebende Männer, die Sex mit Männern haben, veröffentlicht. Sie tritt voraussichtlich am 27. Juli in Kraft und gilt vorerst bis zum 31. Januar 2014. Damit reagieren die Berliner Behörden auf Impfempfehlungen aus anderen Ländern. In letzter Zeit stieg die Anzahl von akuten Fällen einer Hirnhautentzündung unter Homosexuellen.

Zuvor Fälle in Kanada, den USA und Frankreich

Die Impfung soll verhindern, dass sich die Meningokokken weiter verbreiten. Seit Oktober 2012 traten in Berlin fünf Fälle einer durch die Bakterien hervorgerufenen Hirnhautentzündung auf. Drei Männer starben daran, einer liegt noch im Koma. Zuvor kam es zu ähnlichen Fällen in Toronto, New York und Paris.

Warum die Krankheit, die sonst hauptsächlich bei Kindern und Jugendlichen auftritt, sich jetzt auch unter Homosexuellen verbreitet, ist noch unklar. Meningokokken sitzen meist in der Mundschleimhaut, können also sexuell, aber auch über eine Tröpfcheninfektion (Küssen, Niesen) verbreitet werden.

Trotzdem: Keine Panik!

Trotz der gestiegenen Fälle mahnt das Robert-Koch-Institut (RKI) sowie die Deutsche AIDS-Hilfe (DAH) vor einer Panikmache oder gar einer Stigmatisierung von Homosexuellen. "Eine reale Infektionsgefahr für die Bevölkerung sehe ich nicht", sagt Dr. Ulrich Marcus vom RKI im Interview mit der DAH. Dennoch betont er: "Es sind potenziell tödlich verlaufende Erkrankungen, vor denen man sich individuell relativ schwer schützen kann."

Unsicher ist im Moment auch noch die Haupt-Zielgruppe der Impfung. Es könnte sein, "dass nicht unbedingt sexuell besonders aktive Männer in höherem Maße gefährdet sind, sondern vielleicht jene, die gerade erst in die Szene hineinkommen und noch keine Gelegenheit hatten, eine Immunität gegen die Bakterien zu entwickeln", sagt Dr. Ulrich Marcus weiter. Das sei im Moment aber noch eine Spekulation.

Impfen lassen kannst du dich etwa beim Hausarzt. Bis zu einem Alter von 18 Jahren übernimmt die Krankenkasse die Kosten dafür, wenn du älter bist, müsstest du dich bei deiner Krankenkasse informieren.

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