Bisexualität

Patrick Fina Von Patrick Fina

"Ein bisschen bi schadet nie" ist ein beflügelter Satz in Deutschland. Und tatsächlich sind etwa 5 bis 10 Prozent der Bevölkerung mehr oder weniger bisexuell veranlagt. Aber wie ist das überhaupt, wenn ein Mann Lust auf Mann und Frau hat?

"Ein bisschen bi schadet nie" ist ein beflügelter Satz in Deutschland. Und der US-Star Woody Allen meinte einmal in einem Interview, dass Bisexualität die Chancen auf ein samstagabendliches Rendezvous verdoppele. Das sei seiner Meinung nach der größte Vorteil der Bisexuellen. Auch Bisexuelle haben oft mit vielen Vorurteilen zu kämpfen. Sie würden sich ihr Leben leicht machen, in dem sie sich einfach für kein bestimmtes Geschlecht entscheiden. Oft wird diese Art der Sexualität als "schlecht" und sogar "pervers" bezeichnet. Doch bevor ich euch hier an dieser Stelle etwas über die Bisexualität erzähle, sollten wir zuerst einmal den Begriff erklären.

Bisexuell ist, wer am Sex mit Partnern beiderlei Geschlechts Vergnügen hat. Manche Bisexuelle interessieren sich dabei in gleichem Maße für männliche und weibliche Partner. Sie lieben also Männer und Frauen. Andere wiederum ziehen ein Geschlecht vor, haben aber auch gelegentlich mit dem anderen sexuellen Kontakt. Was anfänglich etwas verwirrend erscheint, ist recht einfach und nicht "schlecht" oder "pervers". Vielleicht ist es dir auch schon passiert, dass du dich als Junge in ein Mädchen verguckt hast? Dann ist die Verwirrung meistens perfekt, denn du fängst an dich zu Fragen: Bin ich jetzt schwul oder hetero? Eigentlich stehst du ja auf Männer, aber plötzlich kommt ein Mädchen in dein Leben und verdreht dir den Kopf? Oder was ist mit dem 15-jährigen Jungen, der im Ferienlager gemeinsam mit seinem Freund onaniert, obwohl er eigentlich eine Freundin hat - ist der auch bisexuell? Das ist meistens nicht der Fall. Eher bist du dann in einer sexuellen Orientierungsphase. So nennen es die Sexualwissenschaftler, wenn Jugendliche dabei sind Auszuprobieren. Es ist nun mal spannend mit der Sexualität herum zu experimentieren. Nur so kannst du heraus finden, was dir Lust bereitet und was nicht. Erst im Laufe der Zeit erkennst du dann, ob du nun homo-, hetero- oder bisexuell bist. Von Bisexualität kann man allerdings erst dann sprechen, wenn zum Beispiel ein 20-jähriger ganz bewusst entschieden hat, dass er Männer und Frauen lieben will.

Leider ist es ein weitverbreiteter Irrtum zu glauben, bisexuelle Menschen könnten sich einfach für kein Geschlecht entscheiden. Wer sich nach der Pubertät zu Männern und Frauen hingezogen fühlt, der hat seine sexuelle Lebensweise bereits gefunden. Denn bisexuell zu sein ist genauso normal wie homo - oder heterosexuell zu sein. Trotzdem fördert unsere Kultur vor allem die Heterosexualität. Das geschieht, indem wir schon als Kinder darauf "programmiert" werden, dass Heterosexualität "normal" ist. Daher gibt es in unseren Breitengraden auch mehr Heterosexuelle als Homo- oder Bisexuelle Menschen. Bei einer ganzen Reihe so genannter Naturvölker sieht es da teilweise ganz anders aus. Dort ist es üblich, alle Varianten der Sexualität zu kultivieren und zu leben.

Ihr seht, bisexuell zu sein ist also weder "schlecht" noch "pervers". Es ist kein Makel, sondern die Fähigkeit für beide Geschlechter offen zu sein und zu empfinden. Zum Schluss noch ein paar Zahlen zur Bisexualität. Wusstest du, dass laut Expertenschätzungen etwa 5 bis 10 Prozent der Bevölkerung mehr oder weniger bisexuell veranlagt ist? Du bist eben nicht allein!

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