Comeback der Geschlechtskrankheiten

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Comeback der Geschlechtskrankheiten
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Die sexuell übertragbaren Krankheiten Syphilis und Tripper breiten sich auch in Deutschland weiter aus. Vor allem betroffen: schwule Männer. Und eine gefährliche Gonorrhoe-Mutation, die resistent gegen Antibiotika ist, besorgt Forscher. Diese Mutation namens H041 könnten zu einer größeren Gefahr als HIV werden.

Weltweit werden pro Jahr etwa 340 Millionen neue Fälle von sexuell übertragbaren Krankheiten erworben, betroffen sind vor allem Männer und Frauen zwischen 15 und 49 Jahren. Während die "Übersexualisierung" der Gesellschaft im Alltag fortschreitet, nimmt gleichzeitig auch die Tabuisierung der Geschlechtskrankheiten zu. Präventionskampagnen ähnlich der AIDS-Aufklärung seit 1987 sind aufwändig, da es viele unterschiedliche Erreger gibt. Ein neues Problem stellen nun steigende Antibiotikaresistenzen, also die Widerstandsfähigkeit von Bakterien gegen Antibiotika, dar, die bei den bakteriell ausgelösten Krankheiten beobachtet werden.

Gefährliche Gonorrhoe-Mutation

Während bei AIDS, Hepatitis und Syphilis große Therapieerfolge zu verzeichnen sind, bereiten Antibiotikaresistenzen den Medizinern große Sorge. Vor allem bei der Gonorrhö, umgangssprachlich auch als Tripper bezeichnet, entwickeln sich seit einiger Zeit gefährliche Resistenzen, in Japan sind komplett immune Gonokokken entdeckt worden. Diese Mutation namens H041 könnten zu einer größeren Gefahr als HIV werden, warnen US-Forscher.

Die Krankheit der Männer Syphilis

Die Syphilis hat sich unter Männern, die Sex mit Männern haben, in den letzten zehn Jahren verfünffacht, vor allem in Nordamerika und Europa. Die Übertragung des Syphiliserregers erfolgt in aller Regel nur von feuchter Schleimhaut auf feuchte Schleimhaut (genital, anal, oral), eine Übertragung findet fast ausschließlich bei sexuellen Kontakten statt. Unbehandelt kann sie über mehrere Jahrzehnte und in vier klinischen Stadien bis zum Lebensende verlaufen, ist aber auch spontan heilbar. Penicillin ist bis heute die Therapie der Wahl, Resistenzen wurden bisher nicht beobachtet.

Eine gleichzeitige Erkrankung an einer HIV-Infektion und einer Syphilis führt zu erheblichen gegenseitigen Beeinflussung: Die Syphilis erleichtert die HIV-Übertragung und verschlechtert den Krankheitsverlauf.

Die Gefahren der stillen Gonorrhöe

Die Gonorrhoe stellt nach Schätzungen der WHO die dritthäufigste sexuell übertragene Infektion der Welt dar. In Deutschland sind am häufigsten schwule Männer betroffen. Die Infektion der Harnröhre des Mannes verursacht meist akute Symptome, die in der Regel zu frühzeitiger Behandlung führen. Bei Infektionen des Rektums oder des Rachenraums ist das jedoch meist nicht der Fall, sodass sie vielfach nicht erkannt werden.

Regelmäßige Untersuchungen

Wer regelmäßig Sex hat, sollte sich auch regelmäßig auf Krankheiten testen lassen. HIV und Syphilis können durch eine Blutabnahme festgestellt werden. Bei Chlamydien und Gonokokken, den Erregern der Gonorrhö, sind jedoch andere Untersuchungen nötig, zum Beispiel ein Abstrich.

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Weitere Quellen: Professor Dr. med. Norbert H. Brockmeyer/derma.de-Presse/Aidshilfe, lightwise / 123RF Stock Foto