Die Gefahr namens Sexting

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Die Gefahr namens Sexting
TommL/Istockphoto

Das Versenden eigener Nacktfotos und -videos über MMS, E-Mail oder Messenger nennt sich Sexting. Bei Jugendlichen immer stärker verbreitet, birgt es dennoch sehr viele Risiken.

Das Versenden eigener Nacktfotos und -videos über MMS, E-Mail oder Messenger nennt sich Sexting. Bei Jugendlichen immer stärker verbreitet, birgt es dennoch sehr viele Risiken.

Warum betreiben Jugendliche Sexting?

Eine US-amerikanische Studie aus dem Jahr 2009 spricht von 20 Prozent der 13- bis 19-Jährigen, die sogenannte "Sexts" bereits verschickt haben. Andere Untersuchungen geben 10 Prozent an. Laut Soziologen ist Gruppendruck eine der Hauptursachen dieses Phänomens. Zum Beispiel gilt Nacktfotos von sich zu machen und zu verschicken als Freundschaftsbeweis oder ist Teil von Mutproben. Ein anderer Grund sind Dating-Avancen, bei denen der eigene Körper angepriesen wird. Einige Experten sehen das Sexting sogar als Bestandteil einer stark sexualisierten Jugendkultur.

Nach der Auswertung einer kürzlich erschienen Studie stellt die australische Wissenschaftlerin Shelly Walker fest, dass gerade männliche Jugendliche unter großem Druck stehen solche Nacktaufnahmen von Mädchen zu besitzen. Letztere sind auch Sexting-aktiver. 21 Prozent haben Nacktfotos von sich verschickt, bei den Jungen sind es 18 Prozent. Allerdings gaben viele weibliche Betroffene an, dass ihr Freund sie dazu gedrängt hat.

oneclearvision//Istockphoto

Was ist gefährlich an Sexting?

Die Probleme entstehen, sobald sich die Fotos weiterverbreiten. Vor allem tauchen sie dann nicht auf einem, sondern auf hunderten Handys auf. Sind die Bilder einmal im Umlauf sind, ist jede Kontrolle darüber verloren. Die Empfänger können das Foto speichern, in sozialen Netzwerken veröffentlichen oder weiter versenden. Die Folgen reichen von einem Reputationsverlust, Ausgrenzung oder sexuellen Belästigungen bis hin zu Depressionen und Selbstmorden.

Ebenfalls ist der rechtliche Aspekt nicht zu vergessen. Auch wenn man als Minderjähriger von sich freiwillig Nacktfotos macht, gelten diese als Kinderpornografie. Und der Besitz sowie das Versenden solcher Aufnahmen stellt eine Straftat dar.

Was kann ich gegen Sexting tun?

Du musst deine Privat- und Intimsphäre, aber auch die der anderen, achten und schützen. Verteile keine Nacktbilder von dir. Sollten dir welche angeboten werden, lehne ab. Solltest du bereits Sexting-Nachrichten erhalten haben, lösche diese.

Da Kinder und Jugendliche auch SMS schicken, deren Inhalte teilweise in den Hardcore-Bereich gehören, hat Apple sich im Oktober die sogenannte "Anti-Sex-SMS" Funktion patentieren lassen. Die Eltern können unerwünschte Begriffe sperren lassen und erhalten dann eine Mitteilung, falls eine Kurznachricht mit einem solchen Inhalt bei ihren Kindern ankommt. Diese bekommen die SMS gar nicht oder nur in Teilen angezeigt. Ob diese Maßnahme allerdings Minderjährige vor Sexting schützen kann, bleibt abzuwarten.

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