Die HIV-Connection

Redaktion Von Redaktion

Zahlreiche Erfahrungsberichte aus der schwulen Szene Berlins, Kölns oder Hamburgs vermitteln einen Eindruck von der tatsächlichen Gefahr, die mit fehlender Vorsicht insbesondere beim schnellen Sex verbunden ist...

Zahlreiche Erfahrungsberichte aus der schwulen Szene Berlins, Kölns oder Hamburgs vermitteln einen Eindruck von der tatsächlichen Gefahr, die mit fehlender Vorsicht insbesondere beim schnellen Sex verbunden ist. Manche AIDS-Infizierte innerhalb der Szene versuchen alles, Ihre Krankheit so schnell und so weit wie möglich zu verbreiten. Über die Konsequenzen machen sie sich dabei keine Gedanken.

Bareback - hinter diesem längst nicht jedem geläufigen Begriff verbirgt sich die Lust am Risiko, an der Gefahr - an ungeschütztem Sex. Die europäischen Gesundheitsbehörden registrieren bereits längerem den Trend, beim Sex den Schutz durch ein Kondom zu vernachlässigen. Das Gummi ist nicht erst seit neuestem vor allem unter Homosexuellen als Lusttöter verschrieen.

Welche Folgen die Unachtsamkeit im Umgang vor allem mit fremden Sexualpartnern haben kann, verdeutlichen Erzählungen aus den schwulen Szenen deutscher Großstädte. Immer häufiger werden Fälle bekannt, in denen Betroffene in voller Absicht mit dem Virus infiziert wurden, "gepozzt", wie die Täter ihr Verbrechen untereinander bezeichnen.

Am AIDS-Virus zu erkranken, bedeutet in jedem Fall ein schweres Schicksal. Es bedeutet aber auch eine ungeheure Verantwortung im Umgang mit sich und anderen, insbesondere mit der eigenen Sexualität. Dieser Verantwortung werden jedenfalls die nicht gerecht, die sich und ihrer Lust einen Kick damit verschaffen, ihre Krankheit an soviele Menschen wie möglich zu übertragen. Im Sog des eigenen, vermeintlich ausweglosen Schicksals versuchen sie fremde Existenzen zu vernichten. Ohne jeden Respekt vor der Gesundheit und dem Leben anderer Menschen legen es einige Infizierte bewusst darauf an, das AIDS-Virus insbesondere auf junge und unvorsichtige Sexualpartner zu übertragen, in ihren Worten: sie zu "konvertieren".

Doch auch Vorsicht kann nicht immer schützen. In Newsgroups und Internet-Foren tauschen sich die Täter über Mittel und Wege aus, gängige Vorsichtsmaßnahmen zu umgehen: Kondome werden angeritzt oder während des Sexualverkehrs unbemerkt abgenommen. Mitunter scheut man sich sogar nicht, das eigene Blut unter das Gleitmittel zu mischen, um das Virus auf diesem Wege zu übertragen.

In den seltensten Fällen erfahren die Opfer von ihrer Mißhandlung. Manchmal allerdings bereitet es den Tätern eine perverse Freude, ihnen ihr Schicksal in genau dem Moment zu eröffnen, in dem es für sie zu spät ist. Selbst dann ist aber nicht sicher, dass die Opfer sich in ihrem Schock und ihrer Scham zur Wehr setzen. Auch im Nachhinein informiert selten ein Betroffener die Polizei. Diese allerdings sollte von jedem Fall in Kenntnis gesetzt werden - auf das vorsätzliche Infizieren eines Sexualpartners stehen bis zu zehn Jahre Gefängnis. Wer allerdings anonym bleiben will, sollte sich an die örtliche Aids-Hilfe mit der Bitte um Unterstützung wenden. Auch von dort kann die Hilfe der Behörden organisiert werden.

Einer Schuld sind viele der Täter sich nicht bewusst - manche haben die Auffassung, früher oder später fange man sich die Krankheit ohnehin ein, andere vertrauen blind auf Heilmethoden der Zukunft. In kaum einem Fall machen sie sich Gedanken über die perverse Lust, die es ihnen bereitet, ihre Sexualpartner zu "beschenken". Sie bezeichnen sich manchmal selbst als Engel des Todes, fühlen sich wie die Vampire unserer Zeit und genießen den (Macht-)Rausch, den sie in dem Bewusstsein empfinden, über das Leben eines fremden Menschen zu entscheiden.

Gegen die perfide und zynische Taktik dieser schwarzen Schafe innerhalb der Community hilft nur allergrößte Vorsicht und härtester Umgang mit ihnen. Sie gefährden nicht nur das Leben ihrer Opfer, sie gefährden auch den Ruf der HIV-Infizierten insgesamt und damit die Unterstützung und Solidarität, derer viele von ihnen im Umgang mit ihrer Krankheit bedürfen.

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Weitere Quellen: Gegenpol 2001