Freundeskreis - gemeinsam oder getrennt?

Redaktion Von Redaktion

Dein Freund nervt dich total an. Er ist sowieso seit Wochen komisch und ihr streitet euch ständig. Du musst dringend mit einem Freund reden. Das Problem ist nur: Deine Freunde sind auch seine Freunde. Triffst du dich jetzt allein mit jemandem, fühlt er sich ausgeschlossen...

Dein Freund nervt dich total an. Er ist sowieso seit Wochen komisch und ihr streitet euch ständig. Du musst dringend mit einem Freund reden. Das Problem ist nur: Deine Freunde sind auch seine Freunde. Triffst du dich jetzt allein mit jemandem, fühlt er sich ausgeschlossen. Trefft ihr euch gemeinsam mit anderen, kannst du dein Herz nicht ausschütten. Und die Freiheit, einfach mal was allein zu unternehmen, hast du auch schon lange nicht mehr. Du bist in einer richtig vertrackten Situation.

Gemeinsame Freunde - Vorteile

Ein gemeinsamer Freundeskreis kann ja verschiedene Ursachen haben. Der eine hat nicht wirklich viele Freunde und kommt so nach und nach in den Freundeskreis seines Partners, der andere versucht bewusst, möglichst viele Dinge mit beiden Freundeskreisen unter einen Hut zu bringen, und es verschmelzen die Gruppen mit der Zeit. Das ist ja auch nicht das Schlechteste, was einem passieren kann. Gemeinsame Freunde haben viele Vorteile: Es ist nicht so schwierig, gemeinsame Unternehmungen zu organisieren, ohne dass sich jemand benachteiligt fühlt. Eine Geburtstagsfeier spaltet sich nicht in personenbezogene Lager auf. Und es macht auch nicht viel aus, wenn man mal einfach jemanden spontan einladen will, denn der Partner ist ja auch mit dem Gast befreundet. Da ihr die gleichen Leute kennt, ist es auch viel einfacher, wenn man mal über ein paar Dinge sprechen möchte. Aber wenn dein Freund es nicht mag, wenn du länger ohne ihn mit den Leuten, die auch seine Freunde sind, redest, gibt es Probleme.

Nachteile

Da haben wir dann auch schon einen maßgeblichen Nachteil von gemeinsamen Freundeskreisen. Gerade wenn der eigene Partner von der klammernden Sorte ist, wird es sehr schwierig, gewisse Möglichkeiten der individuellen Entfaltung zu verwirklichen. Du willst einfach mal wieder einen richtig geilen DVD-Abend machen, aber dein Freund steht nicht auf große Gruppen vor dem Fernseher. Und Musicals mag er auch nicht. Du willst am liebsten dreimal die Woche ins Kino, aber er sitzt lieber gemütlich im Wohnzimmer. Gehst du ohne ihn, wird er eifersüchtig und kommt dann doch lieber mit. Kennst du das? Du fühlst dich eingeengt und kontrolliert. Mit jemandem darüber reden kannst du auch nicht, denn Schatzi ist ja immer dabei. Ihr liebt euch, keine Frage - aber so kann es nicht weitergehen, findest du.

Was du tun kannst

Es ist wirklich nicht leicht, mit so einer Situation umzugehen. Du kannst dir ja schlecht neue Freunde suchen. Und deinem alten Freundeskreis kannst du auch nicht sagen, dass sie jetzt nur noch mit dir zu tun haben dürfen. Was bleibt ist das Gespräch mit deinem Freund. Kläre mit ihm, wie er die Situation empfindet. Ob das für eure Beziehung gesund ist, immer alles gemeinsam unternehmen zu müssen. Welche Bedenken er hat, so zu klammern. Und wie viel Freiheit für euch beide gut wäre. Vielleicht sieht er viele Dinge gar nicht so anders wie du, ist sich dessen aber nicht bewusst. Manchmal muss man erstmal einen Gedankenanstoß bekommen, um sich über gewisse Dinge klar zu werden. Freiräume und Unabhängigkeit sind Bestandteil der menschlichen Natur. Selbst die engste Beziehung braucht solche Freiräume. Wahrscheinlich sieht er das auch ein. Dann müsst ihr gemeinsam den schwierigen Weg suchen, euren Bedürfnissen gerecht zu werden.
Und wenn er nicht drauf eingeht? Wenn er deinen Standpunkt nicht im Ansatz nachvollziehen kann? Nun, dann wirst du dir überlegen müssen, wie du mit der Situation klarkommst. Und daraus musst du eventuell dann Konsequenzen ziehen.

Vielseitige Möglichkeiten

Es ist nicht möglich, ein Patentrezept für eine solche Situation bereitzuhalten. Jede Situation ist anders, sowohl was die äusseren Umstände, als auch die persönliche Einstellung der Beziehungspartner angeht. Was du also mit deinem Partner besprechen könntest oder wie du genau vorgehen kannst um auch garantiert Erfolg zu haben, musst du dir selbst überlegen. Aber bevor du im Frust versinkst, ist es auf jeden Fall einen Versuch wert!
Und wenn dein Freund nicht darüber reden möchte, ausweicht oder aggressiv wird? Dann wirst du ihn festnageln müssen, dass das Thema dir wichtig und dein Anliegen ernst ist. Wenn er dann nicht mit dir reden will, ist es nicht allein deine Schuld, wenn sich eure Beziehung nicht zum Positiven entwickelt. Aber egal, was du tust: Versuch nicht, mit dem Vorschlaghammer an die Sache ranzugehen. Du wirst sehen, dass ein vernünftiges Gespräch oft mehr bewirkt als der größte Zickenterror.


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Weitere Quellen: Bilder: photocase.com