HIV: Zahl der Diagnosen steigt um zehn Prozent

Fabian Schäfer Von Fabian Schäfer
HIV: Zahl der Diagnosen steigt um zehn Prozent
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Im Jahr 2013 erhielten über 3200 Menschen in Deutschland die Diagnose HIV-positiv. Bei den Männern, die Sex mit Männern haben, stieg die Zahl jedoch nur gering an. Unter Jüngeren sank die Zahl der Neudiagnosen sogar.

3263 Menschen in Deutschland bekamen letztes Jahr die Diagnose HIV-positiv, schreiben die Experten vom Robert-Koch-Institut (RKI). Das bedeutet einen Anstieg von gut zehn Prozent. Die größte Gruppe der Neudiagnosen stellen Männer, die Sex mit Männern haben (MSM). Knapp über die Hälfte der Betroffenen (53 Prozent) gehören dieser Gruppe an.



Die Experten vom RKI betonen jedoch, dass der Anstieg nicht alleine durch mehr Neuinfektionen entstehe. Weitere Gründe sind eine verbesserten Datenqualität sowie verstärkte Recherchen der Ärzte: Ein größerer Teil der HIV-Meldungen konnte als Neudiagnose bestätigt werden. Dass die Neudiagnosen stiegen, könne sowohl auf mehr Tests als auch auf einer realen Zunahme der Neuinfektionen beruhen. Überhaupt steht die Zahl der Neudiagnosen nicht zwangsläufig für aktuelle Infektionsgeschehen. Denn zwischen Infektion und Diagnose können Jahre vergehen.

Sinkende Neudiagnosen bei jungen Männern, die Sex mit Männern haben


Unter MSM stiegen die HIV-Neudiagnosen nur geringfügig an. "Überraschend und unerklärt" ist für die Experten vom RKI jedoch, dass in Berlin 80 Betroffene mehr als im Jahr zuvor zum ersten Mal HIV-positiv getestet wurden. Zwar ist HIV und AIDS in Großstädten und Ballungsgebieten weiter verbreitet, diesen Anstieg können sich die Experten jedoch nicht erklären. Weder lassen sich MSM in Berlin öfter auf HIV testen noch gehen sie häufiger Infektionsrisiken ein. Das stellte eine große Internet-basierte Befragung fest, auf welche das RKI verweist.

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Kondome zählen zu den sichersten Verhütungsmitteln, um sich vor HIV und anderen Geschlechtskrankheiten zu schützen.

Kondome zählen zu den sichersten Verhütungsmitteln, um sich vor HIV und anderen Geschlechtskrankheiten zu schützen.

In allen Altersgruppen innerhalb der MSM sank die Zahl der gemeldeten HIV-Neudiagnosen pro 100.000 männliche Bevölkerung. Einzige Ausnahme bilden hierbei die 30 bis 39-Jährigen sowie die Altersgruppen ab 50. "Diese Zahlen darf man allerdings nicht überinterpretieren. Ob das ein anhaltender Trend ist, wird sich zeigen", erklärt Dr. Viviane Bremer vom Robert-Koch-Institut dazu. Dass die Neudiagnosen unter MSM, anders als in den Jahren zuvor, im Jahr 2013 nur geringfügig anstiegen, könnte jedoch auf eine Stabilisierung hinweisen, sagt sie weiter.



Auffällig ist laut RKI außerdem, dass die im Ausland erworbenen und nach Deutschland mitgebrachten HIV-Infektionen stark anstiegen. Als Ursache nennt das Institut "die verstärkte Zuwanderung nach Deutschland sowie die Verdopplung der Asylbewerberzahlen gegenüber dem Vorjahr".

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