Immer mehr Schwule haben Syphilis

Fabian Schäfer Von Fabian Schäfer
Immer mehr Schwule haben Syphilis
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Syphilis ist eine sehr ansteckende Geschlechtskrankheit. Sogar beim Küssen kann man sie sich einfangen. Die neuen Zahlen sind alarmierend: Immer mehr schwule Männer stecken sich mit Syphilis an.

Anders als etwa HIV ist die Geschichte der Syphilis lang: Schon Albrecht Dürer hat im 15. Jahrhundert einen an Syphilis erkrankten Mann gezeichnet. Seine Symptome: Hautausschlag und Geschwüre.

Das hat sich bis heute nicht geändert. Wer sich mit Syphilis infiziert, der bekommt drei bis vier Wochen danach ein schmerzloses Geschwür, das am Rand hart ist. Das bildet sich an der Stelle, wo man mit dem Erreger in Kontakt gekommen ist: Also am Penis, im Enddarm oder in der Mundhöhle.

14 Prozent mehr Syphilis-Fälle

Denn mit Lues, wie die Krankheit auch genannt wird, kann man sich nicht nur durch ungeschützten Analverkehr anstecken. Auch beim Blasen und sogar beim Küssen können die Erregeger in den Körper gelangen. 

Und das geschieht in Deutschland immer öfter: Im Jahr 2014 wurden dem Robert-Koch-Institut (RKI) 5700 Fälle gemeldet. Das sind 14 Prozent mehr als im Vorjahr. Und auch für die erste Hälfte von 2015 geht der Trend in dieselbe Richtung. Die Zahlen hat das RKI am Montag im Epidemologischen Bulletin veröffentlicht.

Besonders betroffen: Deutsche Millionenstädte

Bei über acht von zehn Erkrankungen waren die Betroffenen Männer, die Sex mit Männern haben. Ist Syphilis die neue Schwulenkrankheit? Denn der Zuwachs der Meldungen gegenüber dem Vorjahr beträgt ganze 20 Prozent. 

pixabay/Symbolfoto
Im Anfangsstadium reicht es oft, einmalige Antibiotika zu nehmen. Dafür muss die Krankheit nur rechtzeitig erkannt werden.

Im Anfangsstadium reicht es oft, einmalige Antibiotika zu nehmen. Dafür muss die Krankheit nur rechtzeitig erkannt werden.

Besonders in den deutschen Großstädten ist die Syphilis verbreitet. Berlin, Hamburg, Köln, Rostock, München und Leipzig sind die Spitzenreiter. Doch auch auf dem Land ist man keineswegs sicher: Etwa ein Drittel der Erkrankungen fand in Orten mit weniger als 100.000 Einwohnern statt.

Sind auch Dating-Apps für den Anstieg verantwortlich?

Am stärksten betroffen ist die Altersgruppe von 30 bis 39, auf dem zweiten Platz liegen die 25 bis 29-Jährigen. Die Syphilis-Fälle sind jedoch unabhängig vom Alter angestiegen. In manchen Gruppen mehr, in anderen weniger. 

Doch wieso sind es vor allem schwule Männer, die sich mit Syphilis anstecken? Das liege in den großen deutschen Städten vor allem an den "sehr vielfältigen Möglichkeiten", einfachen und schnellen Sex zu finden. Inwieweit Dating-Apps den Anstieg beeinflussen, wird zwar diskutiert. Genaue Untersuchungen gibt es dazu jedoch nicht.

Deutschland: Platz 5 in Europa auf dem Syphilis-Treppchen

Ein Einfluss von HIV-Infektionen auf die Syphilis-Epidemie "ist anzunehmen", schreibt das RKI. Wie hoch dieser ist, kann jedoch nicht genannt werden. Dafür fehlen genaue Zahlen.

Dass sich immer mehr Menschen mit Syphilis anstecken, ist ein europäischer Trend. Deutschland liegt europaweit auf dem fünften Platz, was die Fälle pro 100.00 Einwohnern angeht. An der Spitze: Malta, Litauen, Spanien und Rumänien. 

Mehr über Syphilis und andere Geschlechtskrankheiten erfährst du hier

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Weitere Quellen: RKI, pixabay