Kondome erkennen Geschlechtskrankheiten

Fabian Schäfer Von Fabian Schäfer
Kondome erkennen Geschlechtskrankheiten
Thinkstock/GettyImages/Dino Osmic

Innovative Idee: Drei Schüler aus England wollen Gummis erfinden, die Geschlechtskrankheiten erkennen und dann ihre Farbe ändern. Ein Hersteller interessiert sich schon fürs Projekt, doch die Umsetzung könnte schwierig werden.

Drei Schüler aus England, gerade einmal 13 und 14 Jahre alt, haben eine so einfache wie innovative Idee: Daanyaal, Chirag und Muaz wollen Kondome entwickeln, die Geschlechtskrankheiten erkennen und daraufhin ihre Farbe ändern. Die Gummis sollen mit Antikörpern überzogen sein, welche auf Proteine reagieren, die in Bakterien oder Antigenen von Geschlechtskrankheiten vorkommen.

Rot steht dann nicht mehr für Erdbeergeschmack, sondern warnt vor Herpes. Grün für Syphilis, gelb für Chlamydien. Damit der Test für beide Partner gilt, befinden sich die Antikörper sowohl inner- als auch außerhalb des Kondoms.

Anregung aus dem Netz

"So muss es Leuten nicht mehr peinlich sein, wenn sie einen Test machen wollen. Sie können zu Hause rausbekommen, ob etwas nicht stimmt, und müssen nicht in eine Klinik gehen", sagte Chirag der BBC. Die Idee haben die drei Jugendlichen von der HIV-Test-Methode Elisa, die ähnlich funktioniert.

Die Anregung für die farbenfrohen Gummis haben die Teenager aus dem Internet. Auf Reddit haben sie einen Artikel gelesen: "20 Dinge, die man erfinden müsste" - mit dabei: Kondome, die ihre Farbe wechseln. Die Idee, das mit dem Aufspüren von sexuell übertragbaren Krankheiten zu verbinden, hatten sie selbst.

Und sie hatten bereits Erfolg: Bei den Teen Tech Awards für elf- bis 16-Jährige haben sie den Preis in der Kategorie Gesundheitsvorsorge gewonnen. Um ihr Projekt umzusetzen, wollen sie mit einer Universität zusammenarbeiten. Auch ein Kondomhersteller hat bereits Interesse bekundet, mit den Jugendlichen zu kooperieren.

Chemikalien dürfen nicht giftig sein

Ob die Warn-Gummis tatsächlich entwickelt werden können, steht noch in den Sternen. Mark Lawton, Berater für Geschlechtskrankheiten am Royal Liverpool Hospital, sagt dazu: "Es ist definitiv möglich, aber ich bin mir nicht sicher, ob wir im Moment schon alles haben, um es auch wirklich umzusetzen."

Die Farbveränderungsmethode funktioniert in der Tat bei HIV-Tests. Da spielen allerdings noch einige Chemikalien mit. Jetzt müssen die Teenager es schaffen, dass diese Chemikalien weder giftig noch beim Sex gefährlich sind. 

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