Kondomherstellung

Redaktion Von Redaktion

Was man mit Kondomen macht, sollte eigentlich jedem klar sein. Aber wie Kondome gemacht werden, wissen wahrscheinlich die Wenigsten. Deswegen hat dbna die Kondomfabrik der Firma MAPA besucht und Eindrücke gesammelt, wie Billy Boy & Co hergestellt werden.

Am Anfang war das Latex eine weiße Flüssigkeit, die man aus Gummibäumen abzapfen kann, wenn man sie anritzt. Pflanzenkundler sprechen vom "Milchsaft" und genauso sieht die Flüssigkeit auch aus. Latex wird in mühsamer Handarbeit in riesigen Plantagen gewonnen: Die Bäume werden angeritzt, der Milchsaft in einer Schale aufgefangen und eingesammelt. Kautschukbäume werden hauptsächlich in tropischen Ländern angebaut, zum Beispiel in Malaysia. Der gesammelte Saft wird gereinigt und aufkonzentriert und ist dann der Rohstoff für die Kondomherstellung. Dieser Rohstoff wird nach einer bestimmten Rezeptur mit Chemikalien versetzt und dann der Produktion zur Verfügung gestellt.

Und diese beginnt schließlich an einer sogenannten "Tauchkette" dort werden Glasformen, die genau die Form des Kondoms haben, in eine Wanne mit der Latexflüssigkeit eingetaucht. Wenn farbige Kondome hergestellt werden, ist die Farbe schon in der Flüssigkeit enthalten. Die Flüssigkeit trocknet und hinterlässt einen dünnen, weißen Überzug auf der Form, der noch sehr wenig elastisch ist. Mit einer rotierenden Bürste wird der obere Rand des Gummi-Überzuges so zusammengeschoben, dass ein Ring entsteht, der etwas dicker ist als das Kondom selbst. Das ist der Ring, der zum Vorschein kommt wenn du ein Kondom komplett abrollst. Nach dem "Anbürsten" des Ringes werden die Kondome immer noch auf der Form auf ca. 70°C erhitzt. Danach fühlen sie sich immer noch klebrig an und reißen sehr leicht. Nach dem Erhitzen, das in der Fachsprache "Vorvulkanisieren" genannt wird, werden sie in Seifenwasser gewaschen, gespült und von der Form abgestreift.

Waschmaschine und Trockner

Um sie elastisch und reißfest zu machen, kommen die Kondome dann in eine spezielle Waschmaschine. Dort werden sie noch einmal mit einer speziellen Flüssigkeit gewaschen, die Maisstärke als feines Pulver enthält und verhindern soll, dass die Kondome aneinander kleben. Aus der Waschmaschine geht es dann in einen Trockner und was da rauskommt, das sind fertige Kondome: Elastisch, nicht mehr klebrig und überzogen mit einer feinen Puderschicht. Diese Puderschicht bleibt auch auf dem fertigen Kondom und erleichtert das Überziehen so ähnlich wie das Talkum auf Gummihandschuhen. Aber bevor es weitergeht, müssen die Gummis eine Prüfung über sich ergehen lassen. Jedes Kondom wird einzeln auf Löcher getestet. Dazu wird es auf einen "Prüfdorn" aufgezogen, der wie ein metallner Penis aussieht. Dann wird Hochspannung angelegt und das Kondom mit einer weichen, stromleitenden Bürste abgetastet. Wenn dabei der Strom durchschlägt, ist das ein sicheres Zeichen für ein Loch und das Kondom wird ausgesondert. Die "guten" Kondome werden anschließend aufgerollt und in schwarzen Plastiksäcken gelagert, bis sie verpackt werden können.

Einsiegeln

Die fertigen Kondome brauchen jetzt nur noch in die bekannten "Siegelbriefchen" verpackt zu werden. Das passiert in einem speziellen Reinraumbereich, den man nur mit Kittel, Haarhaube und Überschuhen betreten darf. Auf der Einpackmaschine werden die fertigen Kondome auf einen großen Teller gegeben, von dem sie langsam und einzeln herunterrutschen. Eine Zange zieht sie zwischen zwei Lagen Folie, ein heißes Siegeleisen drückt die beiden Lagen zusammen und das Kondom ist fertig verpackt. Im letzten Moment bevor die Packung zugeschweißt wird, wird Siliconöl als Gleitmittel in das Briefchen gespritzt, das bei Bedarf auch Aroma- oder Duftstoffe enthält. Das Öl verteilt sich von selbst über das eingerollte Kondom weil es auch in die feinsten Spalte hineinkriecht. Das war es jetzt mit dem eigentlichen Produktionsprozess - trotzdem ist unsere Reportage noch nicht zu Ende!

Auch wenn die Kondome jetzt fertig sind, werden sie noch nicht verkauft. Von jeder "Charge" werden ein paar Hundert abgezweigt. Einige davon werden eine Woche bei 70°C gelagert. "Alterung" nennen das die Spezialisten: Eine Woche Lagerung bei 70°C entspricht vier Jahren Lagerung bei Raumtemperatur deswegen solltest du Kondome zum Beispiel nicht im warmen Auto oder im Portmonnee in der Gesäßtasche aufbewahren!

Tests für die Sicherheit

Die "gealterten" und die normal gelagerten Kondome werden anschließend noch einmal überprüft. Die Überprüfung hat allerdings den Charakter einer Stichprobe: Es werden nur einige Kondome der Charge überprüft, um sicherzugehen, dass die Charge in Ordnung ist. Und dabei geht es heiß her: Allein 315 Kondome jeder Charge werden mit Luft gefüllt bis sie platzen. 18 Liter Luft müssen laut Gesetz in jedes Kondom passen bei den Kondomen von MAPA ist es fast das Doppelte. Aber es werden noch mehr Versuche durchgeführt: Aus anderen der ausgesonderten Kondome werden Streifen ausgeschnitten und gedehnt: Das Siebenfache der normalen Länge muss erreicht werden bevor der Streifen reißt. Und schließlich wird noch ein elektronischer Test durchgeführt: Mit Salzwasser gefüllte Kondome werden in Salzwasser eingetaucht und Spannung angelegt. Wenn ein Strom fließt hat ein Kondom ein Loch und muss ausgesondert werden. Erst wenn eine Charge alle nationalen und internationalen Qualitätsprüfungen bestanden hat, wird sie freigegeben, in Schachteln verpackt und verkauft.

Du merkst schon: Ziemlich viel Aufwand für ein gutes, sicheres Gefühl beim Sex.

Im Fotoalbum kannst du noch einmal anhand von Bildern die Kondomherstellung nachvollziehen.

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Weitere Quellen: Bilder: MAPA GmbH