Kontrollverlust: Der vorzeitige Samenerguss

Redaktion Von Redaktion

Viele Jungs kennen ihn und für manche wird er zum Dauerproblem: der vorzeitige Samenerguss. Was in der Pubertät völlig normal ist, kann für junge Erwachsene oder erwachsene Männer zu einer regelrechten Störung werden.

Kerzenschein, leise Musik, gedämpftes Licht die romantische Stimmung ist greifbar und langsam kommst du deinem Freund oder deiner Flamme näher. Und eines ist klar: heute soll "es" passieren. Ihr fühlt das Gleiche und wollt Euch nah sein, beginnt mit zärtlichen Küssen, die Kleidung wird Stück für Stück luftiger und die Berührungen zärtlicher. Intime Stellen werden berührt und sanft gestreichelt und beide wollen einen Schritt weitergehen. Und dann merkst du: unbemerkt hast du den "Point of no return" erreicht und der Orgasmus lässt sich nicht mehr aufhalten.

Was jetzt kommt ist für viele Jungs eine peinliche Situation: der vorzeitige Samenerguss scheint die Stimmung und das "große Erlebnis" ruiniert zu haben. Darüber sprechen ist je nach Situation schwierig und unangenehm und an ein entspanntes Weitermachen ist kaum zu denken.

Rund 20% aller Männer teilen dieses Problem

Doch auch wenn du dich in dieser Situation schämst, so bist du doch nicht allein. Bis zu 40% aller Männer haben vorzeitige Samenergüsse und für fast 20% ist es ein regelmäßiges Problem. Unter den "sexuellen Problemen" von Männern stand die vorzeitige Ejakulation bei einer Umfrage in den 90er Jahren auf Platz zwei. Doch darüber sprechen möchte niemand, denn nur etwa 20 Prozent konsultieren einen Arzt oder eine Beratungsstelle.
Von einer vorzeitigen Ejakulation spricht ein Mediziner übrigens dann, wenn zwischen regelmäßig unter zwei Minuten nach Beginn des Geschlechtsverkehrs erfolgt.

Wie kann das sein, was mache ich falsch?

Wenn der vorzeitige Samenerguss zu einem Dauerproblem avanciert, stellt sich jeder junge Mann die Frage nach der Ursache. Bei der Klärung kann nicht einmal die Medizin eine endgültige Erklärung bieten, aber es gibt Hilfe, denn auch wenn die Ursache unklar ist, gibt es Therapiemethoden, die Erfolg versprechen. Relativ einig ist sich die Fachwelt nur darüber, dass die Ursachen in der Psychologie zu suchen sind. Die gängisten Theorien sind:

  • Fehlende Orgasmuskontrolle, ausgelöst durch einen Mangel an sexuellen Erfahrungen in der Jugend
  • Häufige anonyme und schnelle Sexualkontakte in ungeeigneter Umgebung
  • Ängstliche Anspannung, die sich stetig selbst verstärkt
    Unzureichende Wahrnehmung der eigenen Erregung
  • Eine gesteigerte Produktion der Geschlechtsdrüsen führt zu einer Art "Überdruck"


Gibt es denn nichts, was ich tun kann?

Wenn die frühe Ejakulation dein ständiger Begleiter beim Sex ist, musst du dennoch nicht verzweifeln. Für die letzte Theorie, die noch relativ neu ist, gibt es eine einfache Lösung: häufiger Sex senkt tatsächlich den Druck und dadurch das Risiko eines extrem frühen Orgasmus. Für die psychischen Ursachen hilft vor allem: miteinander sprechen und üben.

Für viele Paare ist der vorzeitige Samenerguss nämlich gar kein Problem, weil sie sich damit auseinandergesetzt haben, darüber sprechen und es einfach als Gegebenheit in ihre Sexualität aufnehmen. So muss es für deinen Partner gar nicht schlimm sein, wenn du deine Erfüllung etwas früher hast, vielleicht müsst ihr einfach nur die "Rollen tauschen". So kannst du erst einmal mehr auf ihn eingehen, ihn erst später "ranlassen" und so eine Art Timing in euer Liebesspiel integrieren.

Auch gibt es mechanische Übungen, die als Therapie dazu führen können, dass sich das Problem abschwächt. Gängig sind hier die "Start-Stopp-Methode" oder die "Squeeze-Methode". Und im Notfall raten auch die Fachleute: einfach vorher Druck abbauen. So kann ein Erguss vor dem Liebesspiel Wunder wirken und das Problem beseitigen. Wenn das für dich nicht in Frage kommt, hier noch die Erklärung der vorneweg genannten Therapien.

Die "Start-Stopp"-Methode

Der Name ist Programm, denn der Ansatz dieser Methode sind Pausen. So soll der "Patient" lernen seine Erregungskurve zu verstehen, den bevorstehenden Orgasmus zu bemerken und vor dem "Point of no return" abzubrechen. Entweder übst du selbst bei der Masturbation oder du signalisierst deinem Freund rechtzeitig, wenn er zu weit geht. Eine Pause sorgt dafür, dass du abkühlst und das vorzeitige Ende verhindert wird. Eine regelmäßige Übung dieser Methode soll schon vielen Patienten dauerhaft geholfen haben, weil sie dazu führt, dass man die Reaktionen und Signale des eigenen Körpers besser versteht.

Die "Squeeze"-Methode

Wie du sicher schon vermutest ist "squeeze" englisch und bedeutet schlichtweg "drücken". Denn mit Druck kann man(n) unheimlich viel Druck abbauen. Ähnlich wie bei der "Start-Stopp"-Methode musst du hier allerdings erkennen, wann eine bestimmte Grenze erreicht wird. Ist dieser Moment da, ist dein Freund dran: vorsichtig aber bestimmt muss er nun ca. 20 Sekunden Druck auf dein bestes Stück ausüben, bis deine Erektion nachlässt. Anschließend könnt ihr weitermachen, bis du wieder den bestimmten Punkt erreichst.

Für beide Methoden gilt: wann ihr die Kontrolle beendet, liegt natürlich bei euch. 

Wenn alles nichts hilft gibt es natürlich auch Salben und Medikamente, die einen vorzeitigen Erguss verhindern können. Doch davon raten Experten ab, da keine dauerhafte Heilung erfolgt, sondern immer nur eine vorübergehende Betäubung. Dass das Erlebnis für dich in diesem Fall auch nicht so befriedigend ausfällt, ist zu erwarten.

Mit ein wenig Verständnis, entspannter Herangehensweise und Übung ist das Problem also in den Griff zu bekommen. Bevor das frühe Kommen für dich aber zum ernsthaften psychischen Problem wird, solltest du auf jeden Fall einen Arzt idealerweise einen Urologen aufsuchen.

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Weitere Quellen: Wikipedia