Kribbeln im Bauch

Redaktion Von Redaktion

Da soll noch mal einer sagen, im Internet könne man nicht seine große Liebe finden. Thomas (20) und Stefan (21) jedenfalls haben sich über dbna kennen und lieben gelernt. Wie es dazu kam und wie es mit den beiden heute aussieht, das könnt ihr hier nachlesen.

Da soll noch mal einer sagen, im Internet könne man nicht seine große Liebe finden. Thomas (20) und Stefan (21) jedenfalls haben sich - wenn auch auf verschlungenen Wegen - über dbna kennen und lieben gelernt. Wie es dazu kam und wie es mit den beiden heute aussieht, das könnt ihr hier nachlesen.

Boomer: Wie seid ihr damals getrennt voneinander auf dbna aufmerksam geworden und wie lange ist das jetzt in etwa her?

Thomas: Lange bevor ich meinen Schatz kennen gelernt habe, etwa so mit 15 Jahren, hatte ich meinen ersten eigenen Internetanschluss. Etwa ein Jahr verging, bis ich begriffen hatte, dass meine Lust nach anderen Jungs nicht weniger sondern immer mehr wurde. Ich klapperte die Suchmaschinen nach Seiten mit schwulen Inhalten ab. Irgendwann in dieser Zeit habe ich dann dbna für mich entdeckt.

Stefan: Es war damals im MsConnexion in Mannheim, als ich meine zweite Internetbekanntschaft nach schwulen Seiten im Netz fragte. Er nannte mir einige Adressen, unter anderem auch dbna. Das konnte ich mir besonders gut merken, da es so einen "kurzen" hatte... (Namen natürlich). Ich war damals ziemlich neugierig und wollte alles kennen lernen.
 
Boomer: Habt ihr euch zu regelmäßigen Usern entwickelt? Wenn ja, was habt ihr bei dbna gemacht?

Stefan: Die Steckbriefe, das Kontaktforum und der Chat waren für mich die wichtigsten Bereiche bei dbna. Inzwischen bin ich aus Zeitgründen jedoch nur noch selten auf eurer Webseite.

Thomas: Einmal entdeckt und nicht mehr weggekommen. Es gab eine Phase, in der ich im dbna-Chat ziemlich aktiv war. Heute bleibt für solche Dinge leider keine Zeit. Es gibt immer viel zu tun. Über zu wenig Arbeit können wir uns beide nicht beklagen. Da nutzen wir die übrige Zeit lieber für uns. Eines ist aber geblieben: die Newsartikel von dbna lasse ich mir nicht entgehen. Bevor ich morgens richtig los lege, lese ich die Heise-News und über was dbna berichtet.

Boomer: Wo seid ihr euch das erste Mal "virtuell" über den Weg gelaufen? Hattet ihr die feste Absicht, jemanden kennen zu lernen oder war das eher ein Zufallsprodukt?

Thomas: -lacht- Die virtuelle Suche hatte ich damals für mich bereits aufgegeben, als ein sehr guter Freund, Helmut, mir von seiner neuesten Internetbekanntschaft berichtete. Beim ersten Treffen mit ihm sollte ich unbedingt dabei sein. Wir holten Stefan vom Bahnhof ab und landeten irgendwann in meiner Wohnung. Ich fragte Helmut irgendwann, wie ihm Stefan gefällt. Seine Antwort: "Nicht so toll." Diese Meinung konnte ich ganz und gar nicht teilen. Es wurde ziemlich spät, bis wir Stefan wieder zum Bahnhof fuhren. Im Auto kamen wir uns (Stefan und ich) schon etwas näher. Dann stellten wir fest, dass der letzte Zug leider schon weg war. So ein Pech. Ich bot ihm sofort einen Schlafplatz bei mir an. Nach einer heißen Nacht zu zweit begleitete ich ihn am nächsten Morgen noch zum Bahnhof. Ich wusste gar nicht, wie mir geschah. Dieses Kribbeln im Bauch, es war schon unheimlich.

Stefan: Topf sucht Deckel. Das war die Anzeige von Helmut, auf die ich zu nächtlicher Stunde in einem etwas betrunkenen Zustand geantwortet hatte. Am nächsten Morgen kam auch prompt eine Antwort. Helmut bat mich direkt um den Austausch unserer Handynummern. Nach einigen Stunden "simsen" hatte er mich zu einem Treffen überredet. Auf der Fahrt von Pforzheim nach Karlsruhe klingelte das Telefon. Helmut fragte mich, ob er seinen Kumpel mitbringen könnte. Nun gab es kein Zurück mehr. Ich stimmte also zu. Am Bahnhof angekommen, sah ich die zwei Jungs. Aha, das ist also Helmut. Und was für ein Chaot ist denn der andere Boy? Aus heutiger Sicht kenne ich diesen Chaoten ziemlich gut, und weiß, was ich an ihm habe.

Boomer: Wie ging es nach dem ersten Kontakt dann weiter?
 
Thomas: Wir wollten uns wieder sehen keine Frage, direkt am nächsten Tag, dann am übernächsten und so weiter - jeden Tag. Genial. Der Kontakt zu meinem Kumpel Helmut ist in den ersten paar Wochen leider etwas abgerissen. Als wir später auf die Anfangszeit zurück blickten, tat es mir ziemlich leid. Helmut hatte uns bereits verziehen und eine tolle Freundschaft zu dritt war im Aufbau. Als kleine Wiedergutmachung überraschten wir ihn mit einer gemeinsamen Tour in den Europapark. Es war ein geiler Tag.

Stefan: Mir ging es nicht anders. Als am nächsten Tag bei der Arbeit mein Handy vibrierte und ich eine SMS von meinem "Schatz" bekam, fiel mir ein Stein vom Herzen. Ich war sehr froh, dass es nicht bei einem One-Night-Stand bleiben sollte.

Boomer: Was denkt ihr, warum viele so skeptisch sind, wenn es um die Partnersuche im Internet geht?

Thomas & Stefan: Ein schwieriges Thema. Die Frustration, keinen Freund zu finden, steigt im Internet schneller, denn die Erwartungen sind zu hoch. Ich denke, es wird im ersten Schritt nur die riesige Menge an suchenden Jungs gesehen. Setzt man hier einen Filter ein, der beispielsweise alle Jungs aus der eigenen Stadt filtert, bleibt meist nur eine geringe Anzahl übrig. So kann man viele weitere Filterkriterien ansetzen. Übrig bleiben nicht viel mehr Kontakte, wie sie jeder auch im Café oder der Disko finden kann. Das Internet ist in jedem Fall gerade für junge Schwule eine geniale Anlaufstelle. Über die Tastatur jemanden anzusprechen, ist viel einfacher als auf der Straße oder in einem Café. Wer sich allerdings ausschließlich im Internet traut, ist zu schüchtern. Hier ist Selbstbewusstsein gefragt. Ich denke, eine gesunde Mischung ist das Wichtigste.

Boomer: Surft ihr heute noch auf dbna oder hat es seine Schuldigkeit getan?

Thomas & Stefan: Eine Bringschuld hatte dbna bei uns niemals. Wir sind überaus glücklich, dass es dbna gibt. An dieser Stelle ein großes und herzliches DANKE an das gesamte Team! Heute nutzen wir dbna - wie schon erwähnt - als umfangreiche Infoquelle und Onlinezeitung.

Boomer: Wie sieht eure Beziehung jetzt aus?

Thomas: Zusammen sind wir jetzt bald ein Jahr. Es passt alles und läuft wie geschmiert. Ich bin darüber richtig froh und habe jeden Tag aufs Neue ein gutes Gefühl. Am 19. Dezember sind wir noch einen Schritt weiter gegangen. Wir haben uns vor dem "Amt für Bürgerservice und Sicherheit" (nein, das macht in Karlsruhe nicht das Standesamt) das Ja-Wort gegeben. Ich bereue es in keinerlei Hinsicht. Die Flitterwochen verbrachten wir in der Landeshauptstadt Berlin, Silvester am Brandenburger Tor. Das wollten wir erleben, und es war gigantisch. Die blauen Flecken vom Gedränge in den Menschenmassen hielten noch eine Woche später an.

Stefan: Ich kann meinem Schatz nur zustimmen. Ich will auf ihn nicht mehr verzichten.

Boomer: Dann bleibt mir nur noch, euch für das interessante Gespräch zu danken und euch alles Liebe für eure gemeinsame Zukunft zu wünschen.

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