NOFAP: Warum junge Männer aufhören es sich selbst zu machen

NOFAP: Warum junge Männer aufhören es sich selbst zu machen

AndreyPopov/Depositphotos.com

Nie wieder masturbieren, trotzdem besseren Sex haben? Das verspricht zumindest die NOFAP-Community. Was ist dran?

Die Bettdecke ist halb zurückgeschlagen, auf dem Bildschirm blinken nackte Tatsachen und verstohlen heimlich wandert das Taschentuch aus der Packung. Was dann folgt, bleibt der Fantasie überlassen. Einige junge Männer wollen das jedoch nicht mehr. NOFAP – Schluss mit dem Masturbieren! Warum eigentlich?

Ein Trend aus den USA

Wenn Amerikaner masturbieren, nennen sie es „to fap“. Genau das wollte Alexander Rhodes eines Tages nicht mehr. Zumindest berufen sich die Anhänger der NOFAP-Bewegung heute auf ihn als Auslöser. Dabei war es eigentlich ein Foren-Beitrag, der ihn zum Umdenken brachte. Ursprünglich war er Pornos und Selbstbefriedigung nämlich sehr zugetan – bis zu sechs Mal pro Tag masturbierte er zu den Filmchen.

Mach es dir selbst. Es ist gesund!
Mach es dir selbst. Es ist gesund!

Masturbieren ist besser als dessen Ruf. Wissenschaftler haben herausgefunden, dass durch Selbstbefriedigung Potenz und Prostata verbessert werden. Wir sagen dir, warum regelmäßiges Masturbieren zudem die Denkleistung des Gehirns fördert und die Leistung von Muskeln und Hormonhaushalt verbessert.

Doch dann der Sinneswandel: Er empfand sich von seinem Zwang zur Onanie beherrscht, wollte seine Zeit lieber anders verbringen – und fühlte sich sehr gut mit dem Entschluss zum Verzicht. Als Folgen nannte er höhere körperliche Leistungsbereitschaft, verbesserte Konzentration, eine verstärkte Libido und mehr Zeit für andere Dinge, wovon er offen berichtete. Der Trend war geboren.

Wer ist besser im NOFAP?

Seither scharen sich zahlreiche Anhänger um Rhodes beziehungsweise um seine Idee. Im Internet gibt es viele Selbsterfahrungen von jungen Männern zu lesen, die auf ihre intimen Minuten verzichten. Stolz berichten sie von Meilensteinen wie der ersten Woche, dem ersten Monat oder einem halben Jahr ohne Selbstbefriedigung – oder sie suchen Trost, wenn sie nicht, Verzeihung, standhaft geblieben sind.

Lernen, lesen, laufen statt masturbieren

Wie überzeugend sind die Argumente der Abstinenzler? Der wichtigste Aspekt ist wohl der Zeitgewinn. Denn eins ist klar: Wer täglich masturbiert, verliert durch die ganze Zeremonie sicher eine gute halbe Stunde.

Pornografiesucht - längst keine Seltenheit mehr
Pornografiesucht - längst keine Seltenheit mehr

Es ist für viele Ärzte, Psychologen und (junge) Erwachsene längst kein Fremdwort mehr: das krampfhafte Verlangen nach Pornografie und Cybersex, dem dank des Internets oftmals sogar kostenlos nachgegangen werden kann. Die Grenze zwischen normaler Befriedigung und einem Suchtzustand ist dabei kaum eindeutig zu ziehen.

Wird diese Zeit stattdessen in ein Buch oder in ein Fitnessprogramm investiert, ist schnell ein körperlicher oder geistiger Fortschritt spürbar. Ein weiteres Argument ist die steigende Libido, die auf einen höheren Testosteronspiegel zurückzuführen sein. Möglicherweise ist das jedoch vor allem eine Frage des Fokus.

Wissenschaftler raten nicht von Masturbation ab

Immer wieder führen die NOFAP-Befürworter weitere Verbesserungen an. So sollen das Selbstvertrauen und die Konzentration steigen. Wissenschaftlich lässt sich das jedoch bisher nicht belegen. Auch wird von medizinischer Seite nicht von der Masturbation abgeraten, die ein natürliches Verlangen darstellt. Nur wer regelrecht zwanghaft onaniert, sollte ärztlichen Rat in Anspruch nehmen. Ansonsten ist es reine Privatsache, sich mit der eignen Hand zu vergnügen oder nicht.

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