Nur nicht so schüchtern!

Redaktion Von Redaktion

Jeder kennt das Problem: Schüchternheit ist die Scheu vor Kontakt mit anderen Menschen, oft vor unbekanntenPersonen. Ob du selbst schüchtern bist, und wie du damit umgehen kannst, erfährst du in unserer Reportage.

Jeder kennt das Problem und viele leiden darunter. Schüchternheit istdie Scheu vor Kontakt mit anderen Menschen, oft vor unbekanntenPersonen. Schüchternheitentsteht aus ganz bestimmten Umwelterfahrungen in der Familie, in derSchule oder im Beruf. Harvard-Psychologen haben in einer Studie über 20Jahre verschiedene Menschen beobachtet und können jetzt überraschendeErgebnisse vorlegen. Menschen, die schon als Zweijährige eherzurückhaltend reagieren, tasteten sich auch als Erwachsene nochvorsichtiger an neue Situationen heran. Daran hätten auch 20 Jahreunterschiedlicher Lebenserfahrung nichts geändert. Schüchternheitentsteht aus einem übermäßigen Sicherheitsbedürfnis, aus dem Festhaltenam Bekannten, aus der Angst vor dem Ungewissen. Schüchterne Menschensind meistens im Nachteil, denn sie nehmen ihr Leben nicht selbst indie Hand und überlassen es ihrer Umwelt, ihre Verhaltensweise zubestimmen. Der Direktor des "Instituts zur Erforschung derSchüchternheit" an der Universität von Indiana hat bei allen befangenenMenschen drei Persönlichkeitsmerkmale, für die sie selbstverantwortlich sind, gefunden. Übermäßige Selbstbeobachtung, negativeSelbsteinschätzung und übertriebene Selbstbezogenheit.

Ist Schüchternheit unbedingt eine negative Eigenschaft?
Schüchternheit macht Menschen oft sympathisch. Sie geben sichbescheiden und zurückhaltend, sind gute Zuhörer, drängen sich nicht inden Vordergrund. Schüchternheit hindert einen jedoch daran, neueMenschen kennen zu lernen. Der Schüchterne wagt meistens nicht, sich zuäußern. Es gelingt ihm nur selten, sich mit dem Vorgesetzten, etwa demChef oder dem Lehrer, konstruktiv auseinanderzusetzen oder berechtigteKritik zur Sprache zu bringen. Dem Schüchternen fällt es schwer, sichin ein günstiges Licht zu stellen. Die Schüchternheit wirft ihnverstärkt auf sich selbst zurück, und das geht auf Kosten seinerUmweltbeziehungen.

Wie kann schüchternen Menschen geholfen werden?
 Auf vielerlei Art. Schüchterne leben in der ständigen Angst, negativbeurteilt zu werden. Sie kommen sich vor wie auf einer Bühne undempfinden ihre Mitmenschen als Publikum, das sie fortwährend kritischbeobachtet. Zu ihrer Umwelt, können sie selten ein unbefangenesVerhältnis herstellen. Es kommt in erster Linie darauf an, wie starkdiese Schüchternheit ausgeprägt ist. Meist kann die betreffende Personselbst dagegen angehen. In einigen Fällen sollte jedoch die Hilfe einesPsychologen aufgesucht werden, gerade dann, wenn sich dieSchüchternheit im Alltag, in der Schule oder im Beruf negativ auswirkt.

Bist du schüchtern, und was kannst du dagegen machen?
Nachdem wir über Ursache und Auswirkung von Schüchternheit gesprochenhaben, solltest du dich nun fragen, ob du schüchtern bist und was dudagegen machen kannst. Stelle dir selbst ein paar Fragen. Fällt dir derKontakt zu anderen Menschen schwer? Traust du dich nicht, in einerGruppe von Menschen etwas zu sagen? Hast du teilweise sogar Angst vordem Kontakt mit anderen Menschen oder fremden Menschen in einer Gruppe?Ärgerst du dich, dass du manchmal nichts sagst, oder die falschen Wortefindest? Bist du nervös, wenn du vor vielen Menschen sprechen musst?Fragst du dich hinterher, ob du das richtige gesagt hast, oderüberlegst lange, was du sagen kannst?

Diese Fragen sind natürlich kein psychologischer Test, aber hast duviele der Fragen mit "ja" beantwortest, dann besteht schon eine Neigungzur Schüchternheit. Doch dagegen kannst du etwas tun. Vieles fängt imKopf an. Überlege Dir, wie du eine Unterhaltung beginnst, weiterführstund beendest. Du musst lernen, deine Scheu zu überwinden und anpositive Erlebnisse denken statt an peinliche Situationen. Es klingtvielleicht albern, aber versuche mal auf der Strasse eine fremde Personanzusprechen und z.B. nach dem Weg zu fragen. Arbeite an deinemSelbstvertrauen. Häufig gibt es keinen Grund für Schüchternheit. Wenn du neue Leute kennen lernst, dann hast du nichts zu verlieren, und manwird dich so mögen, wie du bist. Verstelle dich nicht und versuchenicht deine Schüchternheit zu überspielen. Lerne aus Erfahrung undbeobachte andere Menschen, wie sie in ähnlichen Situationen reagieren.Wenn du etwas sagen willst oder eine andere Meinung vertrittst, dannüberlege nicht lange, ob du recht hast, es angebracht ist oder dubesser still bleiben sollst. Denke nicht darüber nach, wie andere vondir denken werden, sondern freue dich darüber, dass du etwas gesagthast und über deine Angst überwunden hast. Schritt für Schritt kannstdu so deine Schüchternheit überwinden und mehr Selbstvertrauen gewinnen.

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Weitere Quellen: wissenschaft.de / medical-tribune.de / spiegel.de