Die Fläschchen sind klein, bunt und haben einen lustigen Namen. "Poppers" hört sich an wie eine Süßigkeit für Kinder. In Wirklichkeit ist Poppers allerdings eine Sex-Droge, die große Gefahren und Risiken birgt.

Die Fläschchen sind klein, bunt und haben einen lustigen Namen. "Poppers" hört sich an wie eine Süßigkeit für Kinder. Unscheinbar, harmlos und ungefährlich. In Wirklichkeit ist Poppers allerdings eine Sex-Droge, die schon seit langer Zeit ihr Unwesen in der Schwulen-Szene treibt. Von vielen wird es benutzt, aber nur die wenigsten wissen, was es mit Poppers auf sich hat.  Die Risiken und Nebenwirkungen, die beim Konsum auftreten, werden von den Konsumenten allerdings gerne totgeschwiegen. Trotzdem gibt es sie!

Als man im Jahre 1857 zum ersten mal die chemische Gruppe der Nitrite synthetisierte, wusste man noch nicht was für fortschrittlich positive und negative Folgen das haben wird. Das zum Beispiel in  Poppers enthaltene Amylnitrit wurde wegen seiner Eigenschaft, die Herzkranzgefäße zu erweitern, in der Medizin jahrelang als Mittel zur Behandlung von Angina Pectoris ("Herzkrampf") eingesetzt. Daher hat Poppers auch seinen heutigen Namen. Damals füllte man das Amylnitrit in kleinen Ampullen ab, die man vor Gebrauch aufbrechen musste. Wenn man diese Glasampullen aufbrach, entstand ein plötzliches Knallgeräusch (engl. to pop = ein plötzliches, scharfes Knallgeräusch). Heute gibt es Poppers nur in Glasfläschchen mit Schraubverschluss. Die Wirkungsweise hat sich im Laufe der Jahre jedoch nicht verändert. Poppers gehört zu den so genannten Schnüffelstoffen, ist also leicht "flüchtig" und wird eingeatmet. Der Rausch tritt sofort bis wenige Sekunden nach dem Einatmen ein und dauert nur etwa ein bis zwei Minuten. Warum aber nimmt man eine Droge, deren Wirkung nur so kurz ist? Die inhalierten Dämpfe verdrängen im Organismus den Sauerstoff, wodurch im Körper für sehr kurze Zeit eine niedrige Sauerstoffkonzentration herrscht. Resultierend daraus fällt der Blutdruck, und die Herzfrequenz erhöht sich. Der Körper empfindet weniger Schmerz. Gleichzeitig entspannt sich die Muskulatur des Menschen. Die Konsumenten von Poppers versprechen sich also durch die Anwendung besseren Analverkehr, da das Schmerzempfinden des Menschen gehemmt und die Muskulatur entspannt ist. Dass der Konsum von Poppers auch erhebliche Risiken mit sich zieht, vergessen die Konsumenten auf der Suche nach dem ultimativen Analsex einfach.  

Der Gebrauch von Poppers kann vor allem bei Konsumenten mit Vorerkrankungen des Herz- und Kreislaufapparates zu Atem- und Herzstillstand führen. Aber auch ohne Vorerkrankung kann es beim Inhalieren zu schweren Durchblutungsstörungen des Gehirns, und dadurch zu Schädigungen von Zellen oder Lähmungserscheinungen kommen. Gerät Poppers in Kontakt mit der Haut, den Schleimhäuten oder Augen, treten schwere Verätzungen auf, die zu möglichen dauerhaften Schädigungen führen können. Deshalb sollte man Poppers nie trinken auch wenn die Fläschchen mit Flüssigkeit gefüllt sind denn dabei entstehen schwere Verätzungen und teilweise sogar Lebensgefahr! Weitere akute Risiken sind das Eintreten von starken Kopfschmerzen, Schwindelgefühl, Übelkeit, Herzklopfen, Hautrötungen und Hitzewallungen. Bei regelmäßigem Konsum kann es sogar zu bleibenden Beeinträchtigungen der Aufmerksamkeits- und Gedächtnisleistung, sowie zur Verringerung des Reaktionsvermögens kommen. Auch der Mischkonsum mit anderen legalen oder illegalen Drogen steigert das Risiko. Pfizer, der Hersteller von Viagra, warnt zum Beispiel vor der gemeinsamen Einnahme von Poppers und Viagra. Man fand heraus, dass dieser Mischkonsum die große Gefahr eines plötzlichen und lebensgefährlichen Abfalls des Blutdrucks birgt. Man kann also einen Herzstillstand bekommen!

Poppers fällt nicht unter das Betäubungsmittelgesetz, und deshalb ist der Konsum in Deutschland nicht verboten. Dafür fällt Amylnitrit aber unter das Arzneimittelgesetz, was einen Verkauf außerhalb von Apotheken illegal macht! Der Verstoß gegen das Arzneimittelgesetz kann mit bis zu einem Jahr Gefängnis geahndet werden!    


 

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Weitere Quellen: rz-online.de, partypack.de