Sebastian ist da!

Christian Brandl Von Christian Brandl
Sebastian ist da!
Deutsche Aidshilfe

Gemeinsam mit derDeutschen Aidshilfe hat dbna 2009 ein neues Rollenmodell fürdie "Ich weiss, was ich tu"-Kampagne der Aidshilfe gesucht.

Gemeinsam mit derDeutschen Aidshilfe hat dbna 2009 ein neues Rollenmodell fürdie "Ich weiss, was ich tu"-Kampagne der Aidshilfe gesucht. Hunderte User habensich beworben und Bilder eingeschickt. Sebastian aus Schrobenhausen wurde vonder dbna-Jury ausgewählt und ist nun das neue Gesicht der Kampagne.

Seit dem 01. März 2010 ist das Kampagnenmotiv mit Sebastian nun fertig und wurde von der DAH präsentiert. Ab Juni wird es in Anzeigen bundesweit zu sehen sein. Sebastian präsentiert sich unter dem Motto "Ich habe keine Lust auf Risiken". Wir haben mit ihm über das Shooting inBerlin und seine Motivation, dabei mitzumachen, gesprochen.

dbna: HalloSebastian, du hast dich auf dbna als IWWIT-Rollenmodell beworben und wurdestunter hunderten Einsendungen als das neue Model für die Kampagne der DeutschenAidshilfe ausgewählt. Was war für dich der Grund, dich für diese Aktion zubewerben?

Sebastian: Ganzehrlich? Langeweile :-) ... Nein quatsch, ich war gespannt ob ich tatsächliches schaffen würde ausgewählt zu werden und außerdem hat mich die Beschreibungauf dbna gereizt. Die Tatsache, dass man an einem professionellen Fotoshootingteilnehmen würde und vielleicht später sogar als "Botschafter" fürdie IWWIT unterwegs ist, fand ich klasse. Kontakte knüpfen und dabei Spaßhaben, aber über allem doch nicht vergessen warum man sich für den Kampf gegenAids und für mehr Aufklärung und Aufmerksamkeit einsetzt.

dbna: Für dasFotoshooting bist du nach Berlin gefahren und wurdest dort von einemProfifotografen in verschiedenen Posen abgelichtet. War das deine ersteErfahrung dieser Art?

Sebastian: Ichhatte schon einmal ein Shooting mit Peter Wolinski (mit diesen Bildern hatteich mich auch beworben) aber ein so professionelles Shooting habe ich nochnicht mitgemacht. Aber schließlich sollen die Bilder bald deutschlandweit inZeitschriften und anderweitig Verwendung finden, was einen höheren Anspruch andie Qualität der Bilder stellt.

dbna: Und wie wardie Stimmung am Set?

Sebastian: Auchwenn wir ein wenig im Zeitverzug waren, war die Stimmung entspannt. Anfangs istman natürlich nervös und weiß nicht was alles von einem erwartet wird und wasman selbst erwarten kann, aber wenn man dann feststellt das dort alles netteund freundliche Menschen sind entspannt man sich automatisch und man kannschnell Vertrauen fassen.

Dazu auch eine kleine Anekdote: Zum Ende hin sollte ich mich seitlich derKamera aufstellen, ein anderes Rollenmodel hinter mir, mit zwei Styropor-Blöckengewaffnet, ein Betreuer von IWWIT vor mir, mich beruhigend, weil ich nichtwusste was die vorhaben. Der Fotograf meinte noch "lächeln" zu mir und schwuppsschmeist mich Olaf gegen die Styropor-Blöcke! Tja... das erste Bild war dannschon mal nichts, weil ich ein wenig erstaunt dreinblickte, aber im drittenAnlauf konnte man die Aufnahme verwenden.

Nachdem sich alles ein wenig eingespielt hatte, hatten wir sogarrichtig Spaß an der Sache, alle haben zusammen diskutiert und entschiedenwelche Pose besser, welche Klamotten schöner und welches Gesicht am Besten ist.Alles in Allem muss ich sagen, dass es sehr, sehr lustig und in super entspannterStimmung ablief.

dbna: DeinGesicht wird nun ja Infobroschüren und Werbemittel der Kampagne zieren. Wie istdas Gefühl, dass vielleicht bald tausende Menschen dein Gesicht kennen werden?

Sebastian: Ansich ist es beängstigend zu wissen, dass tausende Leute tatsächlich meinGesicht kennen, obwohl ich jetzt kaum glaube, dass man mich auf der Straßeansprechend wird. Ich kann mir schließlich auch nicht immer merken wo ichwelches Gesicht schon einmal gesehen habe, aber der ein oder andere verwunderteBlick (wo kenn ich den nur her?) kommt vielleicht noch. Da bin ich selbst nochgespannt drauf.

dbna: Sindweitere Aktionen oder Verpflichtungen mit der Teilnahme an der Aktionverbunden?

Sebastian: DasFotoshooting war nur der erste Teil der Geschichte, ein längeres Interview wirdes noch geben, dazu fahre ich zum CSD nach Nürnberg, werde dort das Interviewführen und danach hoffentlich noch ein bisschen ins Straßenfest schnuppernkönnen. Was darüber hinaus geht steht noch nicht fest, allerdings ist esmöglich, dass ich noch auf anderen Veranstaltungen zu finden sein werde.

dbna: Bist dugeoutet? Wissen deine Eltern, Geschwister und Freunde, dass du an dieser Aktionteilnimmst und was denken sie darüber?

Sebastian: Geoutetbin ich insoweit, als dass meine Eltern und meine Schwester Bescheid wissen.Meine Eltern tun sich ein bisschen schwer mit der Tatsache, dass ich schwulbin, verständlich, wir wohnen sehr weit draußen auf dem bayrischen Land, da istman noch nicht so weltoffen wie in der Stadt. Was sie über die Aktion denken Begeisterungsah anders aus, aber als ich ihnen dann erklärte das es einer guten Sachedient, waren sie beruhigt und fanden es glaub ich auch ganz gut. Freunde warenbegeistert, dass ich als Rollenmodel bei IWWIT mit von der Partie bin.

dbna: DieKampagne richtet sich ja an den verantwortlichen Umgang mit Safer Sex. Wiestehst du selbst zum Thema Safer Sex?

Sebastian: Fürmich gibts keinen unsafen Sex. Ich find es ist jedem selbst überlassen was ertun will und was nicht. Aber wenn es darum geht, andere wissentlich mit dem Virusanzustecken, dann finde ich das unverantwortlich. HIV ist immer noch nichtheilbar und eine lebensbedrohende Krankheit. Leider gibt es solche Leute aber undman weiß nie, wann man auf so jemanden stößt. Deshalb: lieber keinen Sex alsohne Gummi.

dbna: Wenn duanderen Jugendlichen einen guten Rat geben solltest in Bezug auf IhreSexualität, wie würde der lauten?

Sebastian: Mansollte all das ausprobieren worauf man Lust hat, solange man dabei seineGesundheit nicht gefährdet, denn sonst wirds wohl ein eher kurzes Vergnügen.

dbna: Und nun dieGretchenfrage: würdest du nochmal mitmachen?

Sebastian: AberHALLO! Das Shooting war echt klasse und lustig. Bin gespannt auf das Interviewund was mich sonst noch so erwartet, es war und ist auf jeden Fall eineaufregende Zeit und von mir aus kann das über die Semesterferien auch ruhig soweiter gehen.

dbna:Vielen Dankfür deine Zeit und weiter viel Spaß mit der IWWIT-Aktion.

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Weitere Quellen: Deutsche Aidshilfe / Thomas Schwarz