Ungewollt Pornostar

Redaktion Von Redaktion
Ungewollt Pornostar
JerryPDX/Istockphoto.com - Modelfoto

Jugendliche, die Nacktfotos und Videos von sich und ihren Freunden ins Netz stellen, sind ins Visier der Pornoindustrie geraten. 88 Prozent der privaten Sexbilder werden ohne Einverständnis verwendet und landen ungewollt auf Pornoseiten.

Laut einer Studie der Internet Watch Foundation (IWF) suchen "parasitäre Pornoseiten" im Netz nach Nacktfotos und Videos und veröffentlichen sie ohne die Zustimmung der ahnungslosen Inhaber. Den Experten zufolge liegt die Wahrscheinlichkeit, dass ein privates Nacktfoto auf einem der hoch frequentierten Portale landet, bei 88 Prozent.

Verbreitung nicht aufzuhalten

"Durch diese Untersuchung haben wir einen bestürzenden Überblick über die Ausmaße dieser Praxis und die riesige Anzahl der Bilder und Videos von Jugendlichen, die auf Pornoseiten auftauchen, bekommen", sagt IWF Geschäftsführerin Susie Hargreaves. Sie betont, dass das größte Problem die Kontrolle von solchen Inhalten ist. "Sobald ein Bild von einem dieser Portale kopiert wird, ist die Löschung ein Ding der Unmöglichkeit."

Für die Studie wurden in einem Zeitraum von vier Wochen rund 12.000 Bilder und Videos beobachtet und deren Verbreitung im Web protokolliert. Der Großteil dieser Inhalte wurde von Pornoseiten kopiert und veröffentlicht. Die Bilder und Videos der Jugendlichen wurden ursprünglich auf 58 verschiedenen Webseiten und Netzwerken veröffentlicht. Nachdem die Pornopiraten zugeschlagen haben, wurden nahezu 11.000 dieser Bilder auf einschlägigen Portalen wiedergefunden.

Das Problem äußert sich auf verschiedene Arten. Bilder werden oft für unüberlegte Racheaktionen verwendet. Deswegen raten wir zur Vorsicht, auch bei Profilbildern", sagt Bernhard Jungwirth von "Safer Internet" gegenüber der Nachrichtenagentur pressetext.

Berufliche Konsequenzen

"Wir haben immer wieder auf die Gefahren des Sexting unter Kindern und Jugendlichen hingewiesen. Junge Menschen müssen verstehen lernen, dass sich ein Bild, das im Internet veröffentlicht wurde, sehr schnell verbreiten kann", so Hargreaves, deren Organisation täglich mit Anfragen von Betroffenen konfrontiert wird, die auch berufliche Konsequenzen befürchten. "Solche Bilder können Karrieren zerstören und auch zu schweren Konflikten innerhalb von Familien führen", sagt Hargreaves.

Was kann ich gegen Sexting tun?

Du musst deine Privat- und Intimsphäre, aber auch die der anderen, achten und schützen. Verteile keine Nacktbilder von dir. Sollten dir welche angeboten werden, lehne ab. Solltest du bereits Sexting-Nachrichten erhalten haben, lösche diese. Weitere Infos und Tipps zum Thema "Sexting" findest du hier.

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Weitere Quellen: pte